Porträt

DAS ist der Orban-Bezwinger Peter Magyar

Péter Magyar hat das Unmögliche geschafft und Viktor Orbán nach 16 Jahren besiegt. Der 45-jährige Tisza-Chef, einst selbst Teil des Systems, verspricht nun einen radikalen Umbruch für Ungarn. 

Der Wahlsieg von Péter Magyar am Sonntag weckt in der EU große Hoffnungen auf ein Ende der jahrelangen Blockadepolitik. Der geübte Redner, der die politische Kommunikation in sozialen Netzwerken beherrscht, will das System der „illiberalen Demokratie“ laut eigenen Angaben „Stein für Stein“ abbauen.

Vom Insider zum Hoffnungsträger

Magyar stammt aus einer einflussreichen konservativen Familie und war jahrelang Mitglied der Fidesz-Partei. Er arbeitete im diplomatischen Dienst in Brüssel und leitete staatliche Unternehmen, während seine Ex-Frau Judit Varga als Justizministerin im Kabinett Orbán diente. Erst ein Skandal um eine Begnadigung bei Kindesmissbrauch im Februar 2024 brachte ihn dazu, mit scharfen Angriffen gegen Orbán an die Öffentlichkeit zu treten.

Kampf gegen Korruption geplant

In seinem Wahlkampf versprach der konservative Politiker entscheidende Verbesserungen im Gesundheitswesen und einen harten Kampf gegen die weitverbreitete Korruption. Laut Experten konnte er deshalb so glaubwürdig vermitteln, dass das System von innen verdorben sei, weil er selbst lange Zeit ein Regierungs-Insider war. Viele Anhänger sehen in dem gelernten Juristen einen Helden, der persönliche Risiken für den Wandel eingeht.

Kurs zwischen Tradition und Westen

In der Außenpolitik steht der Tisza-Chef für einen pro-westlichen Kurs und will Ungarn wieder zu einem verlässlichen Partner in Nato und EU machen. Dennoch bleibt er in einigen Punkten hart: Waffenlieferungen an die Ukraine lehnt er ebenso ab wie eine lockere Zuwanderungspolitik. Während er Putin nicht hofiert, blieb seine Haltung zu LGBTQ-Rechten bisher vage. Trotz Vorwürfen häuslicher Gewalt durch seine Ex-Frau, die er als „Tsunami aus Hass“ bezeichnete, feierte er nun den historischen Sieg.

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