Streit um Person und um "außen- und sicherheitspolitischen" Kurs
Der verteidigungspolitische Sprecher der deutschen AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen, ist am Montag zurückgetreten. Grund ist offenbar ein außen- und sicherheitspolitischer Richtungsstreit in der Bundestagsfraktion der Partei. In einem Schreiben an die Fraktionsführung der AfD nennt Lucassen als Grund für seinen Schritt den Streit um seine Person und um "den außen- und sicherheitspolitischen Kurs unserer Partei, den ich vertrete."
- Alte Garde: Jetzt soll ER die deutsche FDP retten
- Wahl-Beben in Rheinland-Pfalz: CDU vor SPD
- EVP-Weber unter Druck: Streit um Rechts-Kooperation
Lucassen hatte erst am Wochenende gegenüber dem aus Thüringen stammenden Fraktionskollegen Torben Braga beklagt, dass dieser ihn aus dem Amt drängen wolle, weil sich der frühere Bundeswehr-Soldat Lucassen unter anderem für die Wehrpflicht einsetzt. Der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hatte dagegen gesagt, dass Deutschland im jetzigen Zustand nicht verteidigungswürdig sei. Lucassen steht als NRW-Abgeordneter zudem für einen außenpolitischen Kurs, der grundsätzlich die Mitgliedschaft in der NATO positiv sieht. Hintergrund ist nach Angaben aus der Fraktion offenbar auch ein Konflikt zwischen einigen ost- und westdeutschen AfD-Bundestagsabgeordneten.
MAGA-Bewegung von Trump
Vor allem der russische Überfall auf die Ukraine, der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump, aber auch dessen Drohungen gegen Grönland hat die parteiinterne Debatte angeheizt, ob sich die AfD stärker an den USA und der MAGA-Bewegung von Trump anlehnen sollte oder nicht. Nach Beginn des Iran-Krieges hatte etwa AfD-Co-Chef Tino Chrupalla den Abzug der US-Soldaten aus Deutschland gefordert. Lucassen begründet seinen Rückzug auch damit, dass man parteiintern in einer "Freund-Feind-Spirale" feststecke.