Der Warsteiner-Konzern schließt die Herforder Brauerei im deutschen Hiddenhausen. Auch der Standort Paderborn droht das Aus. Rund 220 Mitarbeiter und ihre Familien bangen um ihre Zukunft.
Die Schließung in Hiddenhausen ist für das zweite Halbjahr 2026 angekündigt. Falls ein Verkauf der Brauerei in Paderborn nicht gelingt, soll der Betrieb dort zum Jahresende 2026 ebenfalls eingestellt werden.
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Für die betroffene Region ist das ein schwerer Schlag. Fast 100 Arbeitsplätze in Herford stehen auf dem Spiel, dazu kommen etwa 120 Stellen in Paderborn.
Massiver Abbau der Kapazitäten
Verkündet hat das Aus die Haus Cramer Gruppe, die Dachgesellschaft der Warsteiner Brauerei, die zu den größten Brauereien Deutschlands gehört. Mit der Trennung von den beiden Brauereien kürzt der Familienkonzern seine Brau-Kapazitäten um rund 30 Prozent, wie die Haus Cramer Gruppe mitteilt. Die Biermarken Herforder und Paderborner sollen jedoch bestehen bleiben. Künftig werden sie im über 80 Kilometer entfernten Warstein in Nordrhein-Westfalen hergestellt. Das Familienunternehmen begründet die Einschnitte mit dem stark sinkenden Bierkonsum.
Heftige Kritik von Mitarbeitern
Für viele Beschäftigte geht es um Heimat und Identität. Die Mitarbeiter und ihre Familien fordern in einer Internet-Petition: „Stoppt das Aus für Herforder: Tradition lässt sich nicht umfüllen!“ Das Bier solle künftig als „Kuckucksei“ in Warstein gebraut werden.
Historischer Rückgang beim Konsum
Der Markt verändert sich drastisch. Seit Jahren wird immer weniger alkoholhaltiges Bier getrunken. Im Jahr 2025 ging der Konsum um historische 5,8 Prozent zurück, und diese Talfahrt setzt sich auch im aktuellen Jahr 2026 fort. Nach jüngsten Angaben des Deutschen Brauer-Bundes gaben in den vergangenen sechs Jahren 137 Betriebe auf, darunter viele jahrhundertealte Traditionsbetriebe. Große Brauereien schließen Standorte, so wie Oettinger in Braunschweig. Erst im März ging die Maritius-Brauerei in Sachsen pleite, die unter anderem für Rewe produziert. Auch die 160 Jahre alte Rosenbrauerei Pößneck in Thüringen rutschte in die Insolvenz und wurde verkauft. Die Liste der Brauereipleiten wird immer länger.