Der Kampf gegen den Drogenhandel ist nur ein Vorwand.
Nachdem sich die Lage monatelang zugespitzt hatte, schlugen die USA am Samstag zu. Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro wurde gestürzt, festgenommen und in die USA gebracht. Dort soll dem Diktator der Prozess gemacht werden.
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Drogen nur Vorwand
Offiziell geht es Trump dabei um Drogen. Der US-Präsident erkennt Maduro nicht als legitimen Staatschef an. Er wirft ihm vor, einen Drogenstaat zu führen, die USA mit Drogen zu überschwemmen und die Wahl im vergangenen Jahr manipuliert zu haben.
Für Jesus Renzullo, Lateinamerika-Experte am Deutschen Institut für Globale und Regionale Studien, ist der Kampf gegen den Drogenhandel nur vorgeschoben. In Wahrheit ist das Ganze komplexer, so der Experte gegenüber FOCUS. Zum einen ist Venezuela das ölreichste Land der Welt. Zum anderen geht es Trump aber auch um sein historisches Vermächtnis und seinen Ruf als Dealmaker.
Kuba als eigentliches Ziel
Hinter der Intervention in Venezuela steckt aber ganz deutlich auch US-Außenminister Marco Rubio, dessen Familie aus Kuba kommt. Venezuela war der wichtigste Verbündete Havannas, das karibische Land wird nun stärker unter Druck geraten. Für Rubio ist der Sturz Maduros der erste Schritt für einen Regime Change auf Kuba.