Neuer Wirbel

Faktencheck: Wurde Barack Obama wirklich in den USA geboren?

Erneut gibt es Wirbel um eine angeblich gefälschte Geburtsurkunde.

Die Herkunft des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ist regelmäßig Thema von Falschbehauptungen im Internet. Da eine US-Staatsbürgerschaft als Anforderung für das höchste Amt im Staat gilt, stellen solche Behauptungen die Legitimität der Präsidentschaft in Frage. Seit kurzem verbreitet sich online ein Screenshot eines Beitrags des US-Fernsehsenders "Fox 10 Phoenix", auf dem zu sehen sein soll, dass Obamas Geburtsurkunde nachträglich verändert wurde.

Einschätzung:

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Ex-Präsident Barack Obama kein US-Staatsbürger ist. Es liegen eine beglaubigte Geburtsurkunde durch eine US-Behörde vor, ebenso wie zahlreiche Untersuchungen, die keine Geburt Obamas im Ausland nachweisen konnten.

Michelle Barack Obama
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Überprüfung:

Erstmals kamen die Gerüchte hinsichtlich Obamas Staatsbürgerschaft im Frühling 2008 auf, im Zuge seiner Kandidatur für das Präsidentenamt . Während des Wahlkampfes verbreitete sich unter anderem die Falschbehauptung, er wäre in Kenia geboren. Oft damit in Zusammenhang gebracht wird die Tatsache, dass Obamas Vater , der denselben Vor- und Nachnamen trug, dort geboren wurde. In den Vereinigten Staaten geboren zu sein, ist eine der notwendigen Bedingungen, um dort Präsidentin oder Präsident werden zu können . Dementsprechend groß war das Interesse, die Rechtmäßigkeit sowohl der Kandidatur als auch der Amtszeit des 44. Präsidenten der USA zu prüfen.

Obama
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Noch während des Wahlkampfes machte Obama Auszüge seiner Geburtsurkunde öffentlich, um den Falschbehauptungen entgegenzuwirken . Eine Kopie der gesamten Geburtsurkunde  veröffentlichte er anschließend im April 2011 als 44. Präsident der Vereinigten Staaten, auf der Website des Weißen Hauses. Diese zeigt den US-Bundesstaat Hawaii mit seiner Hauptstadt Honolulu als Geburtsort. Im selbigen Blogeintrag  findet sich eine Korrespondenz zwischen Obama und der staatlichen Gesundheitsbehörde, die die Echtheit des Dokuments beglaubigt. Verlinkt ist darin auch die Aufnahme einer Pressekonferenz samt Transkript, in dem der damalige Präsident die Veröffentlichung mit dem anhaltenden Medieninteresse an seinem Geburtsort begründete .

Kein Hinweis auf Täuschung

Seit 2008 untersuchte eine Vielzahl von Medien die Behauptungen rund um Obamas Herkunft. So kam unter anderem eine investigative Recherche des TV-Senders CNN zu dem Schluss, dass es sich bei der Geburtsurkunde um keine Fälschung handelt. Bei einer Recherche in Honolulu wurden keinerlei Anhaltspunkte gefunden, die die Falschbehauptung untermauern würden. Auch die Republikanerin Chiyome Fukino, ehemalige Direktorin des Gesundheitsministeriums von Hawaii, sagte gegenüber CNN, sie habe "keinen Zweifel" daran, dass Obama in dem Bundesstaat geboren worden sei.

Obama
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Sowohl ein Snopes-Faktencheck  als auch Faktenchecks der Plattformen "Factcheck.org"  und "Politifact"  nahmen sich verschiedenen Gerüchten hinsichtlich Obamas angeblich unzulässigen Anspruch auf die Präsidentschaft an und stuften diese als Falschbehauptungen ein.

Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Klagen diesbezüglich bei Gerichten eingebracht. Der Supreme Court, das Oberste Gericht in den Vereinigten Staaten, lehnte im Jahr 2009 einen Eilantrag ab, Obamas Präsidentschaft aufgrund einer angeblichen Doppel-Staatsbürgerschaft als illegitim zu erklären. Als Begründung festgehalten wurde der Mangel an substanziellen Hinweisen, die der Kläger einbrachte.. Abgelehnt wurde auch eine Klage am größten US-Berufungsgericht im Jahr 2011 hinsichtlich der Echtheit der Geburtsurkunde, wie NPR berichtete .

Eine Untersuchung erfolgte auch durch den ehemalige Polizeichef Arizonas, Joe Arpaio. Der damalige Sheriff schickte dafür unter anderem Ermittlerinnen und Ermittler nach Hawaii. Nach fünf Jahren schloss Arpaio seine Investigation im Jahr 2016 wieder. Eine Täuschung konnte nicht nachgewiesen werden.

Der Screenshot im Facebook-Beitrag stammt aus einem Bericht des regionalen US-Mediums "Fox 10 Phoenix"  und bezieht sich auf die Untersuchung  von Arpaios Büro in Maricopa, das wiederholt ähnliche Behauptungen über Obama aufgestellt hatte. Auch die BBC  und CNN berichteten über die Äußerungen des Büros im US-Bundesstaat Arizona.

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