Tierisches Phänomen

Forscher lösen Katzen-Rätsel: Darum landen sie immer auf den Beinen

Seit Generationen fasziniert es Forscher und Tierfreunde gleichermaßen. Eine Katze stürzt ab und landet wie durch ein Wunder scheinbar mühelos auf ihren Pfoten. Nun erklären Wissenschaftler den genauen anatomischen Mechanismus hinter diesem verblüffenden Phänomen.

Die Beobachtung ist keineswegs neu: Bereits im Jahr 1894 untersuchte der französische Forscher Étienne-Jules Marey fallende Katzen mit einer Zeitlupen-Kamera. Seine Erkenntnisse legten den Grundstein für das, was Biologen heute als den „Stellreflex“ bezeichnen.

Dieser angeborene Schutzmechanismus wird aktiv, sobald der Stubentiger den Boden unter den Füßen verliert. Das sogenannte Vestibular-Organ im Innenohr der Tiere fungiert dabei als eine Art biologischer Sensor, der sofort die Lage im Raum registriert und das Signal zur Drehung an das Gehirn weitergibt.

Die flexible Wirbelsäule als Lebensretter

Der eigentliche Trick passiert jedoch im Bruchteil einer Sekunde während des Falls. Das legt nun eine Studie der Universität von Yamaguchi rund um den Veterinärphysiologen Yasuo Higurashi offen. Katzen ziehen instinktiv ihre Vorderbeine an, um die Drehung des Oberkörpers zu beschleunigen.

Weil ihre Wirbelsäule extrem flexibel ist, können sie ihren Vorder- und Hinterkörper fast unabhängig voneinander bewegen. Zuerst richtet sich der Kopf Richtung Boden aus, dann folgt der restliche Rumpf. Der Schwanz dient in dieser kritischen Phase als wichtiges Steuerruder, um die Balance zu halten.

Wann der Schutzmechanismus versagt

Trotz dieser faszinierenden Evolutionstechnik landen Katzen keineswegs immer sicher auf ihren Pfoten. Wissenschaftler betonen, dass die Physik klare Grenzen setzt.

Ist die Fallhöhe geringer als ein Meter, bleibt dem Tier oft schlichtweg zu wenig Zeit, um die rettende Drehung komplett auszuführen. Auch übergewichtige Tiere oder Rassen ohne Schwanz haben massive Probleme, ihren Stellreflex richtig zu nutzen. Ob eine Katze einen Sturz unbeschadet übersteht, hängt also stark von den äußeren Bedingungen ab. Bleibt die Frage: Wie viele ihrer sprichwörtlichen sieben Leben hat die eigene Samtpfote wohl noch übrig?

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