Kim Jong-un

Neue Eskalation

Frankreich warnt vor Nordkorea

Der französische Außenminister wanrt vor einer atomwaffentauglichen Langstreckenrakete.

Nordkorea wird nach Einschätzung von Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian in Kürze zu einer noch größeren Bedrohung für seine Nachbarn werden. Das kommunistische Land werde in wenigen Monaten die Fähigkeit besitzen, atomwaffentaugliche Langstreckenraketen abzufeuern, sagte Le Drian am Freitag dem Radiosender RTL.

   Am Dienstag hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete abgeschossen, die über Japan flog und nördlich der Region Hokkaido im Pazifik landete. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Nordkorea daraufhin als zunehmende Bedrohung für die Welt.

   Frankreichs Außenminister betonte bezüglich der Kapazitäten Nordkoreas, bald eine Langstreckenrakete zu besitzen: "Das wird Wirklichkeit werden." Die Situation sei "sehr ernst". In dem Moment, in dem Nordkorea über die Mittel verfüge, die USA oder sogar Europa, aber auf jeden Fall Japan und China, zu treffen, werde es brisant. Le Drian rief Nordkorea dazu auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kehren. Zugleich forderte er von China - dem einzigen großen Verbündeten des international isolierten Landes - alles zu tun, damit die Sanktionen gegen Nordkorea umgesetzt würden.

   Japans Finanzminister Taro Aso verzichtet mitten im Nordkorea-Konflikt auf eine lange geplante Reise in die USA. Ministerpräsident Shinzo Abe habe ihn angewiesen, in Japan zu bleiben, damit er sich um die angespannte Sicherheitslage kümmern könne, sagte Aso. Ursprünglich wollte der Finanzminister, der auch als Vize-Ministerpräsident agiert, kommende Woche zu Gesprächen im Rahmen des Handelsdialogs beider Länder in die USA reisen. Zeitlich wäre der Aufenthalt mit dem Besuch eines Wirtschaftsforums von Abe und Außenminister Taro Kono im russischen Wladiwostok kollidiert. Aso war letzte Woche in die Schlagzeilen geraten, weil er die Absichten von Adolf Hitler als "richtig" bezeichnet hatte. Die durch seine Bemerkungen ausgelöste Debatte habe nichts mit der Absage seiner Reise zu tun, betonte der Minister.
 



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