Christoph SCHÖNBORN

Heute startet Papst-Suche

Hier geht Schönborn zur Wahl

Sonntag in Rom: kein Papst, kein Gebet. Kardinäle feilschen um neuen Papst.

Vor einer Woche drängten sich Zehntausende Gläubige auf den Petersplatz, um das letzte Angelus-Gebet von Benedikt XVI. zu erleben. Gestern das Gegenteil: Der Platz vor dem Apostolischen Palast war leer. Das Fenster zum Arbeitszimmer des Bischofs von Rom geschlossen. Niemand erinnerte um 12 Uhr daran, wie der Erzengel Gabriel die Geburt Jesu verkündete, niemand erteilte den päpstlichen Segen.

Nach dem Papst ist vor dem Papst
Zum ersten Mal in der Geschichte sagte die katholische Kirche das Sonntagsgebet nicht wegen des Todes eines Papstes ab, sondern wegen Amtsverzichts. Und dieser einsame Sonntag soll sich kommende Woche wiederholen. Denn noch steht nicht fest, wer der Nachfolger Benedikts sein wird. Damit sich das schnell ändert, laufen die Vorbereitungen hinter den Kulissen jetzt auf Hochtouren. Experten sind sicher: Noch vor Ostern soll das Kirchenoberhaupt feststehen.

Wiener Kardinal schon auf Platz fünf im Ranking
Ein erstes Treffen der Kardinäle gibt es deshalb heute. Kardinaldekan Angelo Sodano hatte per Brief eingeladen und alle 115 Kardinäle sollen kommen: Um 9.30 Uhr wird der Wiener Kardinal Christoph Schönborn über den Petersplatz zum „Neuen Synodensaal“ im Vatikan schreiten. Ein zweites Treffen wird nur Stunden später um 17 Uhr stattfinden.

Bei Wettanbietern wie „William Hill“ liegt der Wiener Kardinal übrigens mit einer Topquote an der fünften Stelle bei der Wahl zum neuen Papst.

Diashow: Papst verlässt den Vatikan

Vatileaks-Autor: "Harte Bandagen erst nach Wahl"

ÖSTERREICH: Wer wird der nächste Papst?
Gianluigi Nuzzi: Diesmal gibt es eine besondere Situation beim Konklave – der „alte“ Papst lebt. Ich denke, die richtig harten Bandagen werden aber erst nach dem Konklave ausgepackt, je nachdem wer Papst wird … wird es ein afrikanischer Kardinal, ein philippinischer … – entscheidend ist, wen der Papst zu seinem Kardinalstaatssekretär ernennt.

ÖSTERREICH: Wird dieses Konklave ein langes?
Nuzzi: Ich hoffe, es wird eine kurze Papst-Wahl. Ein langes Konklave wäre ein Zeichen von Uneinigkeit und Zerstrittenheit, von Unsicherheit. Genau davor hatte der Papst ja gewarnt.

ÖSTERREICH: Wer ist Ihr Favorit für den Papst-Posten?
Nuzzi: Ich wünsche mir einen Ratzinger-Nachfolger, der den Weg hin zu mehr Offenheit und Transparenz weitergeht. Schönborn gehört zu den Kardinälen, die von Papst Ratzinger geschätzt wurden.

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