Homo-Ehe in Frankreich

Frankreich

Homo-Ehe: Paris brennt

1. Paar heiratete. Eklat um FPÖ-Politiker.

Hunderte Polizisten mussten das Rathaus der südfranzösischen Stadt Montpellier bewachen, als Vincent Autin (40) und sein Lebensgefährte Bruno Boileau (30) einander das Jawort gaben. Die beiden sind das erste Homo-Paar, das in Frankreich heiraten durfte. Paris hat erst kürzlich die Homo-Ehe eingeführt.

Seither laufen rechte Gruppen dagegen Sturm, gibt es Straßenschlachten in Paris. Mitten drin: die beiden österreichischen FPÖ-Politiker Andreas Mölzer und Johannes Hübner (wir berichteten).

„Ein Skandal“, empört sich BZÖ-Politiker Gerald Grosz. Grosz ist der erste österreichische Politiker, der seinen Lebenspartner „geheiratet“ hat: „Auf Kosten der Steuerzahler marschierten in Paris zwei Politiker mit Schlägertruppen gegen ein Menschenrecht – das ist nicht nachvollziehbar."
 

BZÖ-Politiker Gerald Grosz im Interview: "Gewalt mit FPÖ-Hilfe aus Wien..."

ÖSTERREICH: Sie leben als erster österreichischer Politiker in einer Eingetragenen Partnerschaft. Wie sehen Sie die Gewalt-Demos in Paris gegen die Homo-Ehe?
Gerald Grosz: Das war pure Gewalt gegen ein Gesetz, das es in Österreich seit 2009 gibt. Viel schlimmer ist aber der Umstand, dass zwischen den Gewalt-Chaoten auch zwei FPÖ-Politiker mitmarschiert sind – Andreas Mölzer und Johannes Hübner. Auf Kosten der Steuerzahler reisten österreichische Politiker nach Paris, das ist der wahre Skandal. Stellen Sie sich vor, was Herr Mölzer sagen würde, würden französische Politiker gegen seinen Burschenschafter-Ball demonstrieren …

ÖSTERREICH: Fürchten Sie Gewaltorgien wie in Frankreich auch bei uns?
Grosz: Zwischen Politik und Realität klafft auch bei uns in dieser Frage ein großes Loch. Die österreichische Gesellschaft ist aber weitaus offener und liberaler, als sie von der Politik dargestellt wird. Bei uns gibt es die Eingetragene Partnerschaft seit 2009 und niemand ist auf die Straße gegangen.

ÖSTERREICH: Frankreich 
erlaubt auch die Adoption von Kindern. Was fordern Sie von der Politik bei uns?
Grosz: Dass die Politik endlich auf die Lebensrealität eingeht. Ich erwähne nur das Namensrecht, Unterhaltsrecht, Heiraten vorm Standesamt etc. Gleichgeschlechtliche Paare haben zwar die gleichen Pflichten, nicht aber die gleichen Rechte. Diese Lücken gilt es zu schließen.

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