Thriller in Berlin
Macheten-Überfall auf Poker-Turnier
Es ist der dreisteste Coup des Jahres: Sechs Gangster überfielen am Samstag das größte Pokerturnier Deutschlands und raubten 200.000 Euro.
Es waren Szenen wie aus einem Action-Thriller: Um 14.15 Uhr stürmten am Samstag sechs maskierte Männer ins Berliner Hyatt-Hotel. Mit mehreren Pistolen und 70 Zentimeter langen Macheten bewaffnet rannten sie in den ersten Stock des 5-Sterne-Hotels, bedrohten die Angestellten und schrien immer wieder: „Überfall, Überfall!“
Klar ist: Das Ziel ihres Raubüberfalls hatten die Gangster ganz bewusst gewählt. Seit Dienstag nämlich fand im Luxushotel mit fast 1.000 Teilnehmern das größte Pokerturnier Deutschlands statt – insgesamt 4,6 Millionen Euro Preisgeld gab es zu gewinnen. Auch Boris Becker pokerte mit, war aber am Donnerstag ausgeschieden. Aber: Weil das Turnier diesmal nicht in einem Casino stattfand, waren auch die Sicherheitsvorkehrungen schlechter als sonst.
„Ich saß gerade mit 500 anderen Spielern im großen Pokersaal, als ich Lärm aus der Lobby hörte. Plötzlich war klar: Das ist ein Überfall“, erklärt Erich Kollmann, derzeit Rang drei der österreichischen Poker-Rangliste.
Alle wollten sich unter Spieltischen verstecken
Im Saal bricht
jetzt Panik aus: Sessel werden umgestoßen, Karten fliegen durch die Luft,
jeder will sich nun vor den Angreifern unter den Spieltischen in Sicherheit
bringen. An der Kasse füllen zur gleichen Zeit die Gangster ihre Taschen mit
den Tageseinnahmen, halten die Security-Männer mit ihren Waffen in Schach.
„Ich war nur zehn Meter entfernt und konnte das alles gar nicht so schnell
begreifen“, so Markus Golser, ebenfalls ein österreichischer Top-Spieler.
Nur Minuten, nachdem sie gekommen waren, treten die Räuber auch schon wieder den Rückzug an. Allerdings: Einem Security-Angestellten gelingt es, einen Angreifer zu Boden zu werfen. Er verliert seine Tasche, scheint überwältigt. „Plötzlich kamen aber die anderen zurück und ihm zur Hilfe. Sie schrien: Wir haben eine Bombe. Das sorgte natürlich für noch mehr Panik“, so Golser.
Fazit: Alle Angreifer des dreisten Coups konnten unerkannt fliehen. Beute: Rund 200.000 Euro.
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