Terroristen sollen registrierte Flüchtlinge sein

Paris-Terror:

Terroristen sollen registrierte Flüchtlinge sein

Sie sollen über die Türkei nach Griechenland nach Europa gereist sein.

Mehrere der Attentäter von Paris sind womöglich als Flüchtlinge getarnt nach Europa eingereist. Der bei einem der Angreifer gefundene syrische Pass gehöre einem Mann, der Anfang Oktober über die griechische Insel Leros in die EU gekommen sei, teilte die Regierung in Athen am Samstagabend mit. Auch ein französischer Senator bestätigte am Sonntag, dass ein Terrorist mit einem gefälschten syrischen Pass eingereist war.

Ein zweiter Attentäter sei vermutlich über die Türkei und Griechenland nach Europa gelangt, hieß es in Regierungskreisen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dürfte die Flüchtlingsdebatte in der Europäischen Union weiter angeheizt werden.

25-jähriger Terrorist reiste über Österreich nach Frankreich

Einer der beiden, 25-Jähriger, sei mit einem syrischen Pass am 7. Oktober aus Mazedonien nach Serbien eingereist, berichtete die serbische Zeitung "Blic" am Sonntag. Er sei im Erstaufnahmezentrum in der südlichen Stadt Presevo registriert worden. Danach soll er laut dem privaten kroatischen Fernsehsender RTL seinen Weg nach Kroatien, Ungarn und später nach Österreich fortgesetzt haben. Das wurde vonseiten des österreichischen Innenministeriums nicht bestätigt. "Das sind Mutmaßungen, die im Bereich der Spekulation anzuordnen sind", sagte Sprecher Karl-Heinz Grundböck

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Terroristen sollen registrierte Flüchtlinge sein
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Der gefälschte syrische Pass des mutmaßlichen Attentäters

"Gnadenlose Jagd nach Hintermännern"

Wie zuvor der französische Präsident Francois Hollande kündigte am Wochenende Ministerpräsident Manuel Valls eine "gnadenlose" Jagd nach den Hintermännern der Anschlagserie an, bei der am Freitagabend mindestens 129 Menschen getötet und über 350 verletzt wurden. "Wir werden in den kommenden Tagen weitermachen mit der Absicht, Daesh (IS) dem Erdboden gleichzumachen", sagte Valls.

Der Islamische Staat hat sich zu der Anschlagsserie bekannt. In Paris blieb die Lage über Nacht ruhig. Die Solidaritätsbekundungen mit den Opfern der Anschläge wurden weltweit fortgesetzt. Zahlreiche bekannte Gebäude in vielen Metropolen - darunter das Brandenburger Tor, die Oper in Sydney oder die Stadthalle in Wien - wurden in den französischen Nationalfarben blau, weiß, rot angestrahlt.

Bei Flüchtlingen registriert

Polizeikreisen in Athen zufolge war der Besitzer des gefundenen Passes in einer Gruppe von 69 Flüchtlingen in Griechenland registriert worden. Dabei seien auch seine Fingerabdrücke abgenommen worden. Der syrische Pass dürfte gefälscht gewesen sein. Neben dem syrischen Pass war auch ein ägyptischer Ausweis bei einem Attentäter gefunden worden.

Video zum Thema: Weltweite Trauer um Terroropfer

Griechenland zählt in diesem Jahr bereits rund 600.000 Flüchtlinge. Sie kommen vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Die Insel Leros ist dabei eine der Hauptanlaufstellen, von denen die EU Flüchtlinge an den Außengrenzen registrieren und auf ihre Mitgliedstaaten verteilen will.

Dieser Beschluss ist aber in der EU umstritten - auch wegen der Furcht, dass militante Islamisten in dem Flüchtlingsstrom untertauchen und so heimlich nach Europa kommen könnten. Die neue polnische Regierung kündigte bereits an, sich wegen der Anschläge nicht mehr an der Verteilung von Flüchtlingen nach EU-Quoten zu beteiligen.

Krieg gegen IS

Frankreich befindet sich nach den Worten von Hollande und Valls im Krieg gegen den IS. "Wir werden diesen Krieg gewinnen", erklärte Valls. Frankreich gehört zu den Gründungsmitgliedern der US-geführten Koalition gegen den IS und hat sich von Anfang an an Luftangriffen gegen die radikalislamische Miliz in Syrien beteiligt. Der IS bezeichnete die Anschläge als Vergeltung für die französischen Luftangriffe gegen sich im Irak und in Syrien.

Die Ermittlungen in Paris erbrachten erste Ergebnisse: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die Attentäter offenbar in drei Gruppen aufgeteilt. In einem offenkundig abgestimmten Vorgehen griffen sie in der Nacht auf Samstag nahezu zeitgleich die Konzerthalle Bataclan, das Fußballstadion "Stade de France" während des Länderspiels gegen Deutschland sowie Restaurants und Bars an und töten willkürlich Passanten. Viele der 352 Verletzten befanden sich in einem kritischen Zustand.

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Unklar blieb auch am Sonntag, ob weitere Attentäter auf der Flucht waren. Der schwarze Seat, mit dem mehrere mit Kalaschnikows bewaffnete Angreifer am Freitagabend Bars und Restaurants in Paris attackiert hatten, wurde am Sonntag in der Gemeinde Montreuil gefunden, die im Osten an die französische Hauptstadt angrenzt. In dem Wagen wurden Kalaschnikow-Schnellfeuergewehre gefunden, wie aus Justizkreisen verlautete.

Auch sieben Verwandte eines Attentäters in Polizeigewahrsam

Unterdessen befanden sich sieben Verwandte des identifizierten Selbstmordattentäters Omar Ismail Mostefai in Polizeigewahrsam, wie Justizvertreter sagten. Zuvor war von sechs Verwandten die Rede gewesen. Mindestens sieben Angreifer hatten bei einer Reihe koordinierter Angriffe in Paris am Freitagabend mindestens 129 Menschen getötet. Allein in der Konzerthalle Bataclan wurden mindestens 89 Menschen getötet. Sechs der Angreifer starben, als sie ihre Sprengstoffgürtel zündeten, ein weiterer wurde von der Polizei erschossen.

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Einer der Angreifer in der Konzerthalle, wo während des Auftritts einer US-Rockband allein mindestens 89 Menschen getötet wurden, war ein wegen seiner Radikalisierung aktenkundiger und vorbestrafter Franzose. Sein Bruder und sein Vater wurden laut Medienberichten festgenommen. In Justizkreisen wurden Festnahmen aus dem Umfeld der Attentäter bestätigt.

Spur führt nach Belgien

Eine weitere Spur bei der Suche nach Hintermännern der Attentäter führt nach Belgien. In der Hauptstadt Brüssel nahm die Polizei bei einem Großeinsatz im Migrantenviertel Molenbeek drei Menschen fest. Mindestens einer von ihnen sei am Abend der Anschläge in Paris gewesen, sagte Ministerpräsident Charles Michel. Dort waren zwei Autos mit belgischen Nummernschildern an den Tatorten aufgefallen. Den Pariser Ermittlern zufolge wurde ein Franzose mit Wohnsitz in Brüssel nahe der belgischen Grenze aufgegriffen. Er habe ein Auto in Belgien gemietet, das mit den Anschlägen zu tun habe.

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