Die berüchtigten Pfingst-Partys in Lignano verliefen heuer zwar deutlich entspannter als in früheren Jahren, dennoch denkt die italienische Küstenstadt bereits über strengere Maßnahmen für die Zukunft nach. Besonders stark alkoholisierte Jugendliche könnten schon bald stärker in den Fokus geraten.
Nach den Feiern ziehen die Verantwortlichen in Lignano Bilanz. Zwar blieb die Lage nach Einschätzung der Stadtverwaltung ruhiger als in den vergangenen Jahren, zufrieden ist man aber noch nicht.
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Tourismus-Stadtrat Massimo Brini sieht weiterhin Handlungsbedarf. „Natürlich gibt es immer noch Verbesserungspotenzial“, sagte er laut der Kleinen Zeitung. Vor allem exzessiver Alkoholkonsum sei ein Thema, das die Gemeinde künftig stärker angehen wolle. Für die Zukunft bringt Brini deshalb deutlich strengere Regeln ins Gespräch. Wer nach übermäßigem Alkoholkonsum medizinisch versorgt werden muss, könnte die Kosten dafür künftig selbst tragen. „Ich würde vorschlagen, jenen Gästen, die übermäßig Alkohol konsumieren, die medizinische Behandlung in Rechnung zu stellen“, erklärte der Politiker.
Lokale könnten Strafen drohen
Da eine direkte Kostenübernahme durch Betrunkene rechtlich schwierig umzusetzen sei, richtet sich der Blick nun verstärkt auf Bars und Lokale.
In Lignano wird diskutiert, Betriebe härter zu bestrafen, wenn offensichtlich alkoholisierte Gäste weiterhin bedient werden. „Wenn ein Gastronom einem offensichtlich stark Betrunkenen weiterhin alkoholische Getränke ausschenkt, soll er mit einer Strafe belegt werden“, berichtete die Kleine Zeitung über die Überlegungen.
Ärger um Bilder von Müllbergen
Für Diskussionen sorgten nach dem Wochenende zudem Fotos von verschmutzten Straßen. Brini hält die Darstellung jedoch für verzerrt. „Die Lokalpresse hat teilweise Fotos veröffentlicht, die ein komplett falsches Bild abgegeben haben“, sagte er. Die Aufnahmen seien unmittelbar nach dem Ende der Feiern entstanden, noch bevor Reinigungskräfte unterwegs gewesen seien. Nach Angaben der Gemeinde hätten Teams bereits in den frühen Morgenstunden mit der Säuberung begonnen.
Hotels ziehen Konsequenzen
Auch viele Unterkunftsbetriebe reagierten heuer vorsichtiger. Einige Hotels verzichteten bewusst auf junge Partyurlauber, andere verschärften ihre Regeln. Martin Manera, Präsident der Hoteliersvereinigung, verteidigte den Kurs gegenüber der Kleinen Zeitung. „Man muss aber auch verstehen, dass sich die Hoteliers für die Sicherheit der Gäste verantwortlich fühlen. Auch die Polizei will für deren Sicherheit sorgen, nicht das Feiern verhindern“, erklärte er.