Warum Trump jetzt doch Syriens Assad bombardiert

180-Grad-Schwenk des US-Präsidenten

Warum Trump jetzt doch Syriens Assad bombardiert

Via Feriensitz in Florida gab Trump den Angriffsbefehl - aus Rache "für die toten Kinder".

„Jahrelange Versuche, Assads Verhalten zu ändern, scheiterten immer wieder dramatisch“, erklärte US-Präsident Donald Trump, nachdem er Donnerstagnacht einen gezielten Militärschlag gegen einen syrischen Stützpunkt angeordnet hatte. Die 59 US-Marschflugkörper gegen Syriens Bashar al-Assad sind ein 180-Grad-Schwenk von Trumps bisheriger Außenpolitik. Haben der Giftgasangriff von Assads Truppen, der 80 Menschen getötet hatte, und die „schrecklichen Fotos von schönen Kindern“ (Trump) das Umdenken ausgelöst?

Trump: Von "Assad muss bleiben" zu Bomben

Schwenk. Im US-Wahlkampf 2016 hatte Trump jedenfalls noch gelobt, dass er „nicht in Syrien intervenieren“ werde. Noch Anfang der Woche wollte er, dass Syriens Machthaber – seit 2011 tobt dort ein blutiger Bürgerkrieg – bleibe. Jetzt will der Milliardär, der den Angriffsbefehl via seiner Ferienresidenz Mar-a-Lago in Palm Beach gab, Syriens Präsidenten stürzen. Und will Syrien von allen chemischen Waffen – Barack Obama hatte das 2013 versprochen – säubern.

Russland.
Von der internationalen Gemeinschaft erhält der Populist erstmals Lob. Auch sein Lieblings-Feinbild – die New York Times – kommentiert, dass er „richtig gehandelt“ habe. Demokraten wie Republikaner würdigen seinen Vergeltungsschlag gegen Assad. Nur einer reagiert wütend: Assads Verbündeter Wladimir Putin.

Riskantes Match mit Putin um Syrien und Terror

Das wiederum lenkt vortrefflich von Untersuchungen ab, wonach Trumps Kabinett während des Wahlkampfes unbotmäßige Beziehungen zum Kreml unterhalten habe.

Trump soll – laut Vertrauten – aber auch nach Anerkennung und Popularität gieren. Die Rolle als Weltpolizist, der gegen „die Ungerechtigkeit“ der Welt kämpfe, könnte ihm gefallen. Der Westen scheint das erkannt zu haben. Und lobt ihn.

Auch aus Angst vor einer Eskalation mit Russland. Denn das Kräftemessen zwischen Putin und Trump könnte einen Flächenbrand auslösen. I. Daniel



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