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Weitere 3 AKWs beschädigt

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Wie viel kann Japan noch ertragen? Nach Beben weitere drei AKW leck.

Das Nachbeben schüttelte vor allem die Gegend um die Millionenstadt Sendai (Präfektur Miyagi) durch – sie war schon am 11. März hart getroffen worden. Und: Die Erdstöße bringen nun – nach den Gau-Meilern in Fukushima – drei weitere AKWs in Gefahr. Das Beben riss Lecks in die Abklingbecken in drei Reaktoren des Atomkraftwerks Onagawa, dazu fiel in der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho und dem AKW Higashidori die Stromversorgung aus. Dieselgeneratoren für die Notstromversorgung sprangen an.

Erneut Lecks
Am schlimmsten ist die Situation in Onagawa: Die Wucht der heftigen Erschütterungen „beschädigte die Anlage“, so die Betreiberfirma Tohoku Electric Power. Radioaktives Wasser schwappte aus den Kühlbecken für abgebrannte Brennstäbe, aus Lecks tritt immer noch verstrahltes Wasser aus. Auf Luftaufnahmen ist eine Spur im Meer zu erkennen: radioaktive Flüssigkeit, die sich in den Ozean bewegt. Innerhalb der Reaktorgebäude wurde erhöhte Strahlung gemessen.

Das AKW Onagawa war beim Jahrhundertbeben am 11. März knapp einer ähnlichen Katastrophe entgangen wie die Anlage Fukushima Daiichi 120 Kilometer südlich.

Evakuierung
In Fukushima selbst gab es laut Betreiber Tepco keine neuen Schäden: Die 480 Arbeiter wären während des Tsunami-Alarms zwar kurz in Sicherheit gebracht worden, „doch die Kühlung der Reaktoren dauerte an“. Ein brisanter Report der US-Atomaufsicht warnt aber: Die Behälter der Reaktorkerne, gefüllt mit radioaktivem Wasser, könnten durch die ständigen Nachbeben bersten. 1.000 Erschütterungen wurden bisher registriert, Seismologen wollen Stöße der Stärke 8 nicht ausschließen.

Wieder Tote
US-Fachleute warnen in der New York Times, dass in Reaktor 2 Teile des Kerns durch die Stahlhülle zum Betonsockel durchschmelzen. Dazu sickere Strahlenwasser aus dem Druckbehälter, die Lecks „dürften sich vergrößern“, hieß es. Das neue Drama stürzte Japan an den Rand des nationalen Nervenzusammenbruchs: Vier Menschen starben, 140 wurden verletzt.

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