Die Vorbereitungen für eine griechische Beteiligung an der Internationalen Stabilisierungstruppe im Gazastreifen (International Stabilization Force - ISF) befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.
Laut Medienberichten vom Sonntag plant Athen die Entsendung eines Bataillons mit rund 100 bis 150 Soldaten. Die Entscheidung gilt als politisches Signal für eine aktivere Rolle Griechenlands bei der Bewältigung der Krisen im östlichen Mittelmeerraum.
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Ursprünglich war vorgesehen, dass sich Griechenland ausschließlich mit Unterstützungsfähigkeiten - insbesondere mit Sanitäts- und Pionierkräften - beteiligt. Inzwischen wurde gut informierten Quellen zufolge jedoch beschlossen, auch bewaffnete Sicherungskräfte zu entsenden. Diese sollen den Schutz der medizinischen und technischen Einheiten gewährleisten, die unter anderem Infrastrukturmaßnahmen im Gazastreifen unterstützen sollen.
Griechische Stabsoffiziere auch im ISF-Hauptquartier
Die Truppen werden voraussichtlich mit gepanzerten Radpanzern des Typs M-1117 operieren. Nach bisherigen Planungen soll die griechische Einheit in der Sicherheitsperipherie stationiert werden, die von den Israel Defense Forces (IDF) rund um Gaza eingerichtet wurde. Eigenständige Operationen sind aufgrund der begrenzten Truppenstärke nicht vorgesehen, vielmehr soll die griechische Einheit in größere multinationale Formationen eingebunden werden. Neben den eingesetzten Truppen wird Griechenland auch Stabsoffiziere in das Hauptquartier der ISF entsenden. Bereits jetzt sind zwei griechische Offiziere im zivil-militärischen Koordinierungszentrum (CMCC) in Kiryat Gat im Süden Israels tätig, das unter amerikanischer Führung steht.
Die Aktivierung der ISF wird im Zusammenhang mit der zweiten Phase des internationalen Friedensplans für Gaza erwartet. Ein konkreter Zeitplan für die Entsendung der griechischen Kräfte wurde bisher nicht offiziell bekannt gegeben, gilt jedoch als kurzfristig realisierbar.
Die griechische Position im Palästina-Konflikt
Griechenlands Haltung im Nahostkonflikt war über Jahrzehnte von einem ausgewogenen, teils vorsichtigen Kurs geprägt. In den 1980er-Jahren pflegte Athen unter Premierminister Andreas Papandreou traditionell enge Beziehungen zur Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und unterstützte offen das palästinensische Selbstbestimmungsrecht.
Seit den 1990er-Jahren verfolgte Griechenland jedoch eine zunehmend differenzierte Politik. Es erkannte das Existenzrecht Israels frühzeitig an und intensivierte insbesondere im letzten Jahrzehnt die strategische Zusammenarbeit mit Israel in den Bereichen Energie, Verteidigung und Sicherheit. Gleichzeitig unterstützt Athen offiziell weiterhin eine Zwei-Staaten-Lösung auf Grundlage der einschlägigen Resolutionen der Vereinten Nationen.
Die geplante Beteiligung an der Stabilisierungstruppe in Gaza spiegelt diese doppelte Ausrichtung wider: Griechenland bemüht sich um enge sicherheitspolitische Kooperation mit Israel, betont jedoch zugleich seine Unterstützung für Stabilität, humanitäre Hilfe und eine politische Lösung im Rahmen des internationalen Rechts.