"Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen"
Teheran/Washington. US-Präsident Donald Trump empfängt am Mittwoch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Bei dem Treffen um 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MEZ) im Weißen Haus wird es Netanyahu zufolge vor allem um die Verhandlungen der USA mit dem Iran gehen. Trump erwägt einem Medienbericht zufolge einen weiteren Flugzeugträger in die Region zu senden. "Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen", zitierte ihn das Onlineportal "Axios".
- Iran droht mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte
- Iran: Sind für Abkommen zu Urananreicherung bereit
- Satellitenbilder zeigen: Trump bereitet großen Militärschlag gegen den Iran vor
Zugleich bekräftigte der Republikaner in dem Interview, dass die USA ein Abkommen mit dem Iran schließen könnten. Netanyahu sagte, er werde Trump die israelische Haltung zu den Gesprächen mit der Islamischen Republik darlegen. Es solle aber auch die Lage im Gazastreifen und in der Region besprochen werden.
Israel will auf Beschränkung für Irans Raketenprogramm pochen
Nach Angaben seines Büros will der israelische Ministerpräsident, der einem teils extrem rechtsreligiösen Kabinett vorsitzt, auf Beschränkungen für das iranische Raketenprogramm pochen. Dabei dürfte es auch um Trumps Drohung mit einem US-Angriff auf den Iran gehen, sollten die Atomgespräche scheitern.
Die USA und der Iran hatten am Freitag im Oman indirekte Gespräche über das iranische Nuklearprogramm geführt, die Trump als "sehr gut" bezeichnete. Es ist bereits das siebente Treffen Netanyahus mit dem US-Präsidenten seit Trumps erneutem Amtsantritt vor gut einem Jahr. Die beiden Politiker gelten als enge Verbündete.
Zugleich ist die Rede von einem neuen Abkommen mit Blick auf Irans umstrittenes Atomprogramm. Irans Führung sieht Verhandlungen mit den USA weiter skeptisch. Die israelische Zeitung "Yedioth Ahronoth" berichtete, Netanyahu wolle mit Trump aktuelle Geheimdienstinformationen über das iranische Raketenprogramm teilen sowie über das Massaker, das "das Regime an seinen eigenen Bürgern verübt hat".
Die Führung in Teheran hatte regierungskritische Massenproteste gewaltsam niederschlagen lassen, dabei wurden auf dem Höhepunkt der Proteste in den Nächten des 8. und 9. Jänner Tausende Demonstranten getötet. Trump hatte der iranischen Führung daraufhin mit einem militärischen Eingreifen gedroht und die US-Militärpräsenz in der Region unter anderem mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" gestärkt.