In Großbritannien und Frankreich sind Hitzerekorde für den Monat Mai gefallen.
In Heathrow in der Nähe der britischen Hauptstadt London kletterte das Quecksilber im Thermometer am Pfingstmontag laut Wetterbehörde auf 33,5 Grad. Der bisher heißeste Tag im Mai war 1922 und dann erneut 1944 mit jeweils 32,8 Grad verzeichnet worden. Auch Frankreich erlebte am Montag den heißesten Tag im Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Bisher starben laut Regierung schon sieben Menschen.
Die britische Wetterbehörde hatte zuvor Temperaturen von 35 Grad vorhergesagt, nachdem sich eine herrschende Hitzewelle auf Teile Südostenglands und die Hauptstadt London ausgeweitet hatte. "Rekorde werden normalerweise nur um Zehntelgrade gebrochen - was diese Hitzewelle für diese Jahreszeit beispiellos macht", analysierte die Behörde in Onlinenetzwerken.
Großbritannien hatte 2025 sein heißestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Fachleute warnen, dass das Land auf die infolge des Klimawandels immer häufiger auftretenden Hitzewellen nicht ausreichend vorbereitet sei.
Bis zu 36 Grad in Frankreich prognostiziert
"Auf ganz Frankreich bezogen war der Montag der heißeste Tag, der seit Beginn der Aufzeichnungen im Mai verzeichnet worden ist", teilte der französische Wetterdienst Météo France mit. Nach Regierungsangaben kamen schon sieben Menschen im Zusammenhang mit der Hitzewelle ums Leben. Zwei Personen starben beim Sport, fünf weitere ertranken, sagte Regierungssprecherin Maud Bregéon am Dienstag dem Sender TF1. Die Todesfälle stünden "direkt oder indirekt" mit den außergewöhnlich hohen Temperaturen in Verbindung.
Für Dienstag wurden noch höhere Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet. Für acht Départements im Westen des Landes galt die Warnstufe Orange - das erste Mal überhaupt in einem Monat Mai. Die Hitzewelle soll bis Ende der Woche anhalten.
Météo France hatte laut dem britischen "Guardian" am Montagabend mitgeteilt, dass neue monatliche Höchstwerte für Mai an 352 Wetterstationen, hauptsächlich im Westen Frankreichs, registriert wurden, wobei der höchste - 37,1 Grad - in der Nähe von Hossegor im südwestlichen Département Landes verzeichnet wurde. "Dies ist ein beispielloses Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu 1.000, dass dies zu dieser Jahreszeit passiert, wenn man von den Klimadaten von 1979 bis 2025 ausgeht, und praktisch unmöglich in der vorindustriellen Ära", sagte der Klimawissenschafter Christophe Cassou der französischen Tageszeitung "Le Monde".
Auch in anderen Ländern Europas sind im Mai bereits ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen worden. In Spanien sagte der Wetterdienst für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag Temperaturen von 36 bis 38 Grad voraus.