Bei dem gelegten Feuer in einem Linienbus mit sechs Toten am Dienstagabend in Kerzers im Schweizer Kanton Freiburg hat es sich nach Erkenntnissen der Polizei um eine "vorsätzliche Tat ohne ideologisches Motiv" gehandelt.
Der Täter war ein "psychisch instabiler" Schweizer und handelte allein, gab die Freiburger Kantonspolizei am Mittwochnachmittag bekannt. Auch der mutmaßliche Täter ist tot. Es deute nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin.
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Der Täter sei sozial isoliert gewesen. Seine Familie habe ihn als vermisst gemeldet. Bei diesem handelt es sich laut dem Generalstaatsanwalt um einen sozial isolierten und psychisch instabilen Mann im Alter von 65 Jahren, einen Schweizer mit Wohnsitz im Kanton Bern, der sich - so der Ermittlungsstand - vorsätzlich selber angezündet hat.
Identitäten bekannt
Auch der Busfahrer kam bei dem Brand ums Leben, wie die Kantonspolizei Freiburg am Mittwochabend bekannt gab. Es handelt sich um einen 63-jährigen Mann portugiesischer Herkunft. Bei den weiteren Todesopfern handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 25 und 39 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 16 und 29 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige und in der Region wohnhaft.
Auch die Verletzten wurden identifiziert. Es handelt sich um zwei Männer im Alter von 34 und 61 Jahren sowie zwei Frauen im Alter von 27 und 56 Jahren, alle Schweizer Staatsangehörige, und einen 32-jährigen, kosovarischen Staatsangehörigen. Bei der 27-Jährigen handelt sich um die Radio-Moderatorin Lara Baumgartner. Zwei Personen, die 56-jährige Frau und der 34-jährige Mann, befanden sich am Mittwochabend noch im Spital. Alle Opfer sind in der Region wohnhaft.
In Sozialen Medien waren dramatische Bilder und Videos von dem brennenden Bus zu sehen. Das Gefährt stand lichterloh in Flammen und brannte völlig aus. Das Wrack des Busses war in der Nacht geborgen worden. Nach umfangreicher Spurensuche wurde die Straße mitten im Ort Mittwochfrüh wieder freigegeben. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren.
Flammen breiteten sich rasch aus
Der mutmaßliche Brandstifter sei mit Säcken in den Bus eingestiegen und habe sich nach Angaben von Zeugen eigenartig verhalten, sagte der Freiburger Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin am Nachmittag in einer Pressekonferenz. Plötzlich habe sich der Mann mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Der Brand ereignete sich nach Angaben der Polizei am Dienstag um 18.25 Uhr. Das Feuer breitete sich rasch aus.
Warum mehrere Menschen das brennende Fahrzeug nicht verlassen konnten, ist noch nicht restlos geklärt, berichtete Philippe Allain, der Kommandant der Freiburger Kantonspolizei. Die genauen Umstände des Unglücks seien noch nicht völlig klar. Die Polizei sei dabei, Spuren auszuwerten. Ausgewertet würden auch Videos von Überwachungskameras, sagte Generalstaatsanwalt Bourquin.
Der Bus des Unternehmens Postauto verkehrte auf einer Strecke zwischen der Ortschaft Düdigen und Kerzers. Postauto verbindet in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete. Kerzers liegt etwa 26 Kilometer westlich von Bern.
Wieder tödliches Feuer in der Schweiz
Erst in der Silvesternacht hatte es in der Schweiz ein schweres Unglück gegeben. Bei einer Silvesterparty war in einer Bar im Skiort Crans-Montana ein Feuer ausgebrochen. 41 Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. "Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der CH (Schweiz, Anm.) bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind", schrieb der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin auf der Plattform X.