Johannes Lamparter steht unmittelbar vor der Krönung: Der Tiroler sicherte sich bei der historischen Skiflug-Premiere am Kulm den zweiten Platz und baute seinen Vorsprung im Gesamtweltcup entscheidend aus.
Österreichs Kombi-König Johannes Lamparter (24) hat am Freitag im steirischen Bad Mitterndorf einen Riesenschritt Richtung Gesamtsieg gemacht. Vor heimischem Publikum am Kulm musste sich der Tiroler lediglich dem Finnen Ilkka Herola geschlagen geben – und das um die Winzigkeit von nur 0,1 Sekunden. Mit der Tageshöchstweite von 236,5 Metern zeigte der dreifache Olympia-Medaillengewinner von 2026, dass er auch auf der Riesenschanze der Chef im Ring ist.
Drei Kugeln im Visier
Der zweite Platz fühlte sich für Lamparter wie ein Sieg an, denn er sicherte sich damit bereits die kleine Kristallkugel in der Kompakt-Wertung. Da er die Massenstart-Wertung bereits im Jänner in Seefeld für sich entschieden hatte, fehlen nur noch zwei Rennen in Lahti (6. März) und Oslo (15. März), um das historische Kugel-Triple perfekt zu machen. Sein ärgster Verfolger, der Norweger Jens Luraas Oftebro, kam über Rang fünf nicht hinaus und liegt nun 173 Punkte zurück.
Emotionaler Abschied von Greiderer
Neben dem Kugel-Jubel sorgte Lukas Greiderer für Gänsehaut-Momente am Kulm. Der 32-jährige Tiroler belegte als zweitbester Österreicher den zehnten Platz und verkündete unmittelbar danach sein Karriereende. Mit einer Olympia-Bronzemedaille aus Peking sowie WM-Gold im Team-Sprint von 2021 im Gepäck verabschiedet sich eine tragende Säule des ÖSV-Teams in den neuen Lebensabschnitt.
Starke Teamleistung der Österreicher
Hinter dem Führungs-Duo präsentierte sich die rot-weiß-rote Mannschaft mannschaftlich geschlossen stark. Thomas Rettenegger landete direkt hinter Greiderer auf Platz elf, während drei weitere Österreicher den Sprung unter die besten 20 schafften:
- Lukas Greiderer (Platz 10, +20,7 Sek.)
- Thomas Rettenegger (Platz 11, +22,8 Sek.)
- Paul Walcher (Platz 14, +28,8 Sek.)
- Stefan Rettenegger (Platz 16, +36,0 Sek.)
- Franz-Josef Rehrl (Platz 20, +1:03,7 Min.)
Nach diesem erfolgreichen Heimspiel reist der Tross nun Richtung Skandinavien, wo Lamparter in den verbleibenden zwei Bewerben den Sack im Gesamtweltcup endgültig zumachen kann.