Entführt: Der Spanische Kutter "Playa De Bakio"

Piraten-Jäger

Spanien will Meerespolizei gegen Seeräuber

Nach den jüngsten Piratenangriffen vor der Küste Somalias strebt Spanien die Gründung einer internationalen Meerespolizei an.

Die Regierung in Madrid erklärte am Mittwoch, das Land berate derzeit mit Frankreich und den USA über eine UN-Resolution als völkerrechtliche Grundlage für eine derartige Einheit. Die Resolution solle außerdem die Zusammenarbeit von Staaten bei der Auslieferung und Bestrafung von Seeräubern klären. Nach Angaben von UN-Diplomaten arbeitet die Weltorganisation bereits an einem entsprechenden Resolutionsentwurf.

Spanische Fischer verschleppt
In Somalia gibt es seit 1991 keine funktionierende Staatsmacht mehr, die Gewässer vor der Küste des ostafrikanischen Landes gelten deshalb als gefährlichstes Meeresgebiet der Welt. Am Sonntag hatten Piraten einen spanischen Fischkutter entführt, der vor Somalia auf Thunfischfang war. Laut dem spanischem Außenministerium haben die Seeräuber noch keine formalen Bedingungen für die Freilassung der verschleppten 26 Besatzungsmitglieder gestellt. Madrid wollte noch am Mittwoch ein Kriegsschiff in die Region entsenden.

Frankreich war vor rund zehn Tagen die Befreiung der Yacht "Le Ponant" gelungen, die Anfang April von somalischen Piraten entführt worden war; sechs der Seeräuber warten nun in Paris auf ihren Prozess. Insgesamt wurde nach Angaben des Internationalen Büros für Kriminalität auf See (IMB) im vergangenen mehr als 25 Schiffe in somalischen Küstengewässer gekapert.

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