Im ungarischen Dorf Kerepes (Metropolregion Budapest) sollen Fidesz-Wähler gezielt mit 10.000-Forint-Gutscheinen (umgerechnet etwa 26,50 Euro) belohnt worden sein. Ein Pastor gab die Verteilung an Anhänger der ungarischen Regierungspartei bereits offen zu.
In unserem Nachbarland Ungarn sorgt ein Vorwurf des Stimmenkaufs für Schlagzeilen. Im Dorf Kerepes erhielten offenbar gezielt Fidesz-Unterstützer Einkaufskarten für einen Supermarkt. Das Portal "444" deckte den Fall durch eine brisante Audioaufnahme auf.
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Auf der Aufnahme ist ein Pastor zu hören, wie er dazu aufruft, für Fidesz zu stimmen. Im Gegenzug verspricht er Karten mit einem Guthaben von 10.000 Forint. "Wir werden von Fidesz unterstützt", erklärt er darin offen und bittet die Anwesenden, für die Partei zu votieren.
Geld von staatlichem Verein
Jakab gab später zu, dass etwa 50 bis 60 Gutscheine verteilt wurden. Finanziert wurde die Aktion laut Bericht durch einen Verein, der hohe staatliche Förderungen erhält. Während Fidesz-Fans einkaufen konnten, gingen Wähler der Konkurrenzpartei Tisza leer aus.
Fidesz-Kandidat für den Wahlkreis, der Innovations- und Kulturminister Balázs Hankó, distanzierte sich von der Aktion. Er kenne den Pastor zwar über den Staatssekretär, das Verteilen von Karten gehöre jedoch nicht zu ihrer Zusammenarbeit.