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Blauhelme

"Haben keine Angst"

Italienische Marinesoldaten sind an der Küste des Libanon gelandet, um die UNO-Truppe aufzustocken.

Hunderte Schaulustige sind gekommen und schreien "We love Italia.“ Die Älteren erinnern sich an die "Abu Rischi“, die "Söhne der Gamsbärte", jene italienischen Gebirgsjäger, die in den 80-er Jahren schon einmal versuchten, für Frieden im Libanon zu sorgen und dabei einen Gamsbart auf ihren Hüten trugen.

Dieses Mal sind es keine Gebirgsjäger, sondern Marinesoldaten. Die letzten zwei Tage hatten die Landungsboote schwer zu kämpfen. Der Seegang ist höher als erwartet, das schwere Gerät, Lkw, Schützenpanzer und die gesamte Ausrüstung an die beiden Strände von Tyrus und Nakoura zu bringen scheint schwierig.

"Das ist unsere erste große Prüfung“, sagt Leutnant Gianluca Civitarese. Er ist verantwortlich für den Landgang in Tyrus der ersten Italiener, die am Wochenende im Libanon angekommen sind. Leutnant Civitarese spricht deutsch und ist einer der wenigen aus dem Friaul, aus Tarvis an der österreichischen Grenze. Diese Marineeinheiten sind das italienische Vorauskommando, etwa 800 Mann, die jetzt zwei bis drei Monate im Libanon bleiben werden. Ihre Aufgaben? "Die kennen wir selbst noch nicht genau“, sagt Leutnant Civitarese.

Für Leutnant Civitarese ist es die erste Mission hier im Libanon: " Meine Frau war nicht glücklich, dass ich hier her komme. Aber durch meine Arbeit bin ich ohnehin ein halbes Jahr nicht zuhause. Deswegen ist sie es auch schon ein wenig gewöhnt.“ Er sei furchtlos, sagt er: " Wir Italiener haben keine Angst, maximal Respekt. Sollten wir doch Angst haben, zeigen wir sie nicht“.



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