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Angriff im Libanon:

Israel bedauert Tod des Österreichers

Die israelische Armee bezeichnet den Angriff auf einen UNO-Beobachterposten im Libanon im Juli als Fehler und "tragischen Unfall".

Wie der kanadische Fernsehsender CBC am Donnerstag unter Berufung auf einen israelischen Verantwortlichen berichtete, nutzte die Artillerie seinerzeit eine handgezeichnete Karte, auf der der UNO-Posten in Khiyam (Khiam) irrtümlich als Stützpunkt der radikalislamischen Hisbollah eingezeichnet war. Der Posten war auch aus der Luft bombardiert worden.

Israel verwendete falsche Karten
Der tödliche Beschuss eines UN-Beobachterpostens im Südlibanon durch das israelische Militär ist einer Untersuchung zufolge auf fehlerhafte Karten der Region zurückzuführen. Israel stellte am Donnerstag die Ergebnisse seiner Untersuchung des Vorfalls Vertretern aus Österreich, Kanada, China und Finnland vor - den Herkunftsländern der Opfer.

Mark Regev, Sprecher des israelischen Außenministeriums erklärte, die Karten der Gegend seien vervielfacht worden, um sie den Soldaten mitzugeben. " Es gab ein Malheur bei der Vervielfältigung der Karten, der UNO-Posten war darauf nicht so markiert, wie er hätte sein sollen, und das verursachte die Tragödie."

Hisbollah-Stellung 100 Meter hinter UN-Posten
Regev zufolge wurde während der Untersuchung festgestellt, dass sich rund 100 Meter hinter dem UN-Posten eine Station der Hisbollah mit "feindlicher Aktivität " befand. Deswegen sei der Angriff angeordnet worden. "Wenn das israelische Militär gewusst hätte, dass das Ziel ein UN-Posten war, wäre der Angriff nicht angeordnet worden", sagte Regev

Vier Tote nach Angriff aus UNO-Posten
Bei dem Angriff am 25. Juli waren vier unbewaffnete Soldaten der UNO-Beobachtermission im Libanon (UNIFIL) getötet worden: ein Chinese, ein Finne, ein Kanadier und der österreichische Major Hans-Peter Lang. Laut CBC sollte der Bericht am Donnerstag den Botschaftern der vier Länder in Israel übergeben werden.

Zahlreiche Hinweise von UNO
Die Vereinten Nationen haben eigenen Angaben zufolge Israel rund ein Dutzend Mal angewiesen, das Bombardement auf den Posten einzustellen. Israel hatte tiefstes Bedauern über den Vorfall geäußert und erklärt, die Todesfälle seien auf einen "tragischen, operativen Fehler" zurückzuführen.

Außenministerium prüft Bericht
Österreich müsse zunächst noch den Bericht ausführlich analysieren, bevor es eine Stellungnahme dazu abgeben könne, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Astrid Harz.

Scharfe Kritik von Annan
UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte den Angriff der israelischen Armee in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. UNIFIL-Sprecher Milos Strugar hatte der israelischen Armee vorgeworfen, ihren Beschuss auch während der Bergungsarbeiten fortgesetzt zu haben.

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