ÖSTERREICH-Reporter Karl Wendl in

''So erlebe ich die Kriegs-Hölle''

KW
''So erlebe ich die Kriegs-Hölle''
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ÖSTERREICH-Reporter berichtet direkt aus der Krisen-Region.
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Kiew ist abgeriegelt. Jene, die gerade noch rauskamen, sind traumatisiert. Karl Wendl erzählten sie ihre Geschichten.

Die ganze Nacht über hagelt es wieder Bomben auf Kiew. Putins Kriegsterror. Der Widerstand ist massiv. Die Angriffswellen auch. In Wassylkiw, etwa 30 Kilometer südwestlich von Kiew, brennt ein Öldepot, es wurde von Raketen getroffen, der grelle Feuerschein erhellt den Nachthimmel.

''So erlebe ich die Kriegs-Hölle''
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Ich treffe Nataliya Yeshova (35), TV-Moderatorin. Sie schaffte es in der Nacht aus der Hauptstadt. Mit ihrer neunjährigen Tochter Kira. Die beiden wollen zu ihrer Familie im Westen der ­Ukraine. Yeshova erzählt: „Wir wurden vom grellen Feuerschein geweckt, ich sah es mit meinen eigenen Augen. Es war furchter­regend. Ich packte meine Tochter, dann sind wir weg. Mein Mann blieb zurück in Kiew, er verteidigt die Stadt.“ Er und alle anderen Reservisten wurden aufgerufen, mit „allen Mittel den Vormarsch zu stoppen: „Fällt Bäume, baut Barri­kaden, verbrennt Reifen! Nutzt alles, was ihr zur Hand habt, baut Molotow-Cocktails.“

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»Frauen bringen im Bunker Kinder zur Welt«

Die Lage in Kiew beschreibt Nataliya als grauenhaft: „Alle sind in Panik, sitzen im Keller, die Spitäler arbeiten nicht, schwangere Frauen bringen im U-Bahn-Bunker ihre Kinder zur Welt.“ Nataliya hat Tränen in den Augen: „Wir haben es gerade noch geschafft. Später planen wir, nach Polen zu fahren, dort haben wir Freunde.“

Die Moderatorin hat es nicht erwartet, dass Putin so etwas tun kann: „Sie starteten ihren Angriff in der Nähe eines Atomkraftwerkes. Es war Rauch. Wir konnten kaum etwas sehen. Ich hatte Angst, dass wir vergiftet werden können.“ Sie wisse nicht, wie lang diese Aggression dauern wird: „Die Russen sind noch immer davon überzeugt, dass Putin das Richtige tut, verrückt, wie manipuliert die Menschen in Russland sind.“

»Haben die Warnungen nicht wahrgenommen«

Auch Alexandra schaffte es raus aus Kiew. Sie ist 18, studiert Literatur, ist mit ­ihren beiden Geschwistern und ihren Eltern unterwegs: „Die Lage in Kiew ist schrecklich, wir sind raus. Wir haben die Warnungen zuerst nicht wahrgenommen, dann die ersten Raketen: Wir saßen im Bunker in der U-Bahn. Die gesamte Familie.“ Und: „Als wir realisierten, dass die Russen die Stadt einnehmen könnten, wussten wir, wir müssen rennen, nichts wie raus.“

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Eine Nacht und einen Tag brauchten sie. Sie will das Land nicht verlassen: „Es wird bald ein Ende gegeben und wir werden gewinnen.“ Über Putin sagt sie: „Ich habe keine Vorstellung, was im Kopf dieses Mannes vorgeht. Ich werde mein ganzes Leben darüber nachdenken, wie das Gehirn dieses Mannes arbeitet.“

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Jure, mein Kameramann, und ich haben inzwischen den Versuch, nach Kiew zu kommen, abgebrochen. Wer sich tagsüber auf den Straßen bewegt, wird als Feind betrachtet, beschossen. Auch dürfen wir unsere genaue Position nicht mehr durchgeben, warnte uns das Militär. Sicherheitsgründe.

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