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Jubel für Puccini-Premiere

Nacht-Kritik

Jubel für Puccini-Premiere

Puccinis modernste Oper La fanciulla del West, die der Maestro für sein bestes Werk hielt, zeichnet sich durch ihre raffinierte epische Orchestrierung mit Zitaten amerikanischer Musik und besonders schwierige Gesangspartien aus, die ohne Ohrwürmer auskommen. In der Staatsoper hat Marco Arturo Marelli die Western-Oper, die 1850 in einem kalifornischen Goldgräberdorf spielt, fern von jeglicher Wildwest-Romantik inszeniert. Seine elenden Abenteurer sitzen in einem schäbigen Containerlager, wo sie am Würstelstand der Saloon-Wirtin Minnie Whisky saufen, Karten spielen und in ganz schlechtem Italienisch von der Heimat träumen.

Nina Stemme ist eine resche Minnie in einer Latzhose, mehr Marketenderin à la Mutter Courage als erotischer Männertraum. Sie singt die Rolle in Isolden-Manier mit scharfen Ausbrüchen und heftigem Vibrato.

Betörend
Jonas Kaufmann betört als atemberaubender Bandit Dick Johnson; die Kraftreserven, die erregende Legato-Kultur und das fast gehauchte piano suchen ihresgleichen. Tomasz Konieczny macht den finsteren Sheriff Jack Rance zu einem Puccini-Bösewicht. Franz Welser-Möst dirigiert die Partitur mit Leidenschaft und Emphase, im ersten Akt allerdings zu laut. Am Schluss entschweben Minnie und Johnson wie im Kasperltheater im Heißluftballon. Am Ende Jubel für alle.

Elisabeth Hirschmann

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