Verurteilung

"War erregt": So begründet Asylwerber Vergewaltigung

Ein 16-jähriger Bursch ist am Dienstag im Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen versuchter Vergewaltigung zu eineinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Er war am 17. September 2016 in der Bundeshauptstadt in einem Stiegenhaus über eine 32 Jahre alte Frau hergefallen, nachdem diese im Innenhof ihres Wohnhauses ihr Fahrrad abgestellt hatte.

Die Frau war von einer Theater-Premiere heimgekommen, als sie im Hof von einem ihr fremden Jugendlichen angesprochen wurde. Er fragte sie, ob sie Hilfe beim Absperren des Fahrrads benötige. Die 32-Jährige verneinte dies und wollte sich in ihre Wohnung begeben, worauf ihr der Bursch den Weg versperrte und sie zu umarmen versuchte. Es gelang ihr zunächst, ihn abzuschütteln, doch er verfolgte sie, drückte sie im Stiegenhaus zu Boden und machte sich an ihr zu schaffen.

Tat im Drogenrausch

"Er hat im Ermittlungsverfahren erzählt, er habe sie zu Sex überreden wollen", legte Staatsanwältin Sabine Rudas-Tschinkel dar. Die überfallene Frau wehrte sich heftig, schrie lautstark um Hilfe und trat nach dem Angreifer, der schließlich von ihr abließ und die Flucht ergriff. Er hinterließ an der Bekleidung des Opfers allerdings DNA-Spuren, und nachdem der Jugendliche ein paar Wochen später nach einem Ladendiebstahl festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt wurde, konnte ihm mittels eines Treffers in der DNA-Datenbank das Sexualdelikt zugeordnet werden.

Vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Norbert Gerstberger) bekannte sich der junge algerische Asylwerber nun schuldig. "Ich war erregt", gab er zu Protokoll. Er verwies auf vor dem inkriminierten Geschehen konsumierte Drogen: "Diese Drogen haben mich dazu gebracht, diese Tat zu vollziehen. Sonst hätte ich das nicht gemacht." Erst durch die Schläge der Frau habe er "begriffen, dass das laut Islam nicht richtig ist."

"Bitte vielmals um Entschuldigung"

"Ich hab's relativ schnell geschafft, mich umzudrehen und zu befreien", berichtete die 32-Jährige im Zeugenstand. Nach ihrer Einvernahme richtete der Angeklagte direkt das Wort an sie: "Ich bitte vielmals um Entschuldigung und hoffe, dass Sie mir verzeihen können und dass Ihnen nur mehr Gutes im Leben passiert." Mit der über ihn verhängten Strafe war der Jugendliche - er war im Jänner 2016 nach Österreich gekommen, ob er tatsächlich 16 ist, ist insofern nicht mit Sicherheit erwiesen, als er eigenen Angaben zufolge seinen Reisepass auf dem Weg nach Europa zerrissen hat - einverstanden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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