Eurofighter: 84 Mio. Schmiergeld an Politiker

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Eurofighter: 84 Mio. Schmiergeld an Politiker

Bei der Enthüllung der Korruptions-Affären der Regierung Schüssel geht es jetzt Schlag auf Schlag. Kaum sind die Zahlungen der Telekom an Ex-FPÖ-Minister aufgedeckt, werden jetzt unfassbar hohe Provisions-Zahlungen der Eurofighter-Firma EADS an österreichische Politiker und Parteien enthüllt.

Alle abgehört
Laut Magazin Format ließ der zuständige Staatsanwalt Michael Radasztics im Juni und Juli 2011 im Rahmen eines „grossen Lauschangriffs“ alle in den Eurofighter-Verkauf involvierten Lobbyisten und Vermittler abhören. Hunderte Handy- und Festnetz-Telefonate, SMS und E-Mails wurden von der Justiz bespitzelt.

Es geht um den wohl größten Korruptions-Fall der 2. Republik. Laut bisherigen Ermittlungen der Justiz wurden zumindest 84 Millionen, vermutlich aber sogar mehr als 100 Millionen Euro „an wichtige Entscheidungsträger“ bezahlt.

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Lobbyist zeigt Reportern seinen Hintern: Vor dem Lauschangriff waren sie frech: Eurofighter-Lobbyist Steininger zeigt Journalisten die Kehrseite.

Darum ging es
Konkret wurde von der Eurofighter-Firma EADS zwischen 2004 bis 2007 ein Netz von Scheinfirmen gegründet, an die zunächst 55 und später bis zu 84 Millionen Euro überwiesen wurden. Im Akt der Staatsanwaltschaft steht: Es ist davon auszugehen, dass im Rahmen des EADS-Konsortiums eine kriminelle Vereinigung gegründet wurde, um Gelder für korrupte Zwecke verfügbar zu machen.“

Mittlerweile steht fest, dass drei Lobbyisten – Klaus-Dieter Bergner, Alfred Plattner und Walter Schön – diese 84 Millionen an „Entscheidungsträger“ verteilt haben sollen. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Wer kassierte
Über einen Monat lang hat die Justiz „mitgelauscht“, wie Bergner, Plattner und Schön nach dem Start der Ermittlungen miteinander „Kontakt aufgenommen und Informationen ausgetauscht haben“. Aus den Abhör-Protokollen soll nun hervorgehen, wie EADS-Manager Bergner und die Lobbyisten ihre Geldverteilung organisiert – und vor allem an wen sie die 84 Millionen Bestechungsgeld bezahlt haben. Damit steht der Republik nun die Enthüllung des bisher größten Korruptionsskandals der Regierung Schüssel bevor.

Die Justiz untersucht die Rolle von Schüssel-Freund Menssdorff-Pouilly, aber auch von Karl-Heinz Grasser und Jörg Haider.

Wer wieviel kassierte:

  • 84 Millionen bei Eurofighter: Die höchste Provisions-Summe der Schüssel/Grasser-Ära
  • 9,6 Millionen bei Buwog: Justiz untersucht Grassers Rolle bei Meischi-Deal
  • 25 Millionen bei Telekom: Grasser-Spezi Hochegger kassierte und verteilte
  • 6 Millionen bei ÖBB: Jede Menge Beratungs-Gage
  •  3,7 Millionen bei Funk: Hier cashte Mensdorff.
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