Mega-Razzia gegen Austro-Islamisten

Österreich

Mega-Razzia gegen Austro-Islamisten

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Die Staatsschutzaktion „Palmyra“ war der bislang größte Schlag gegen die Terrorpaten des Jihads in Österreich: Zeitgleich rückten 900 Polizisten am Freitag ab 4 Uhr in der Früh in den Islamistenhochburgen des Landes an. Darunter Elite-Cops der EKO-Cobra und Beamte der Spezialeinheit WEGA. Den Ermittlern gingen in Wien, Graz und Linz fast drei Dutzend Fanatiker ins Netz. Darunter Hassprediger wie der Wiener Mirsad Omerovic (32), der im 22. Bezirk wohnt und in einer Moschee in der Venediger Au predigt, und der Grazer Tschetschenen-Führer Visit D. (42).

Ermittelt wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in terroristischen Vereinigungen im Zusammenhang mit der Rekrutierung junger Menschen für den syrischen Bürgerkrieg. 13 Haftbefehle wurden bei den Durchsuchungen von 20 Wohnungen, Moscheen und Gebetsräumen vollzogen, zahlreiches terroristisches Propagandamaterial für den „Heiligen Krieg“ in Syrien, elektronische Datenträger und Bargeld sichergestellt. Selbst ein Schlagring wurde bei einem der Beschuldigten beschlagnahmt.

16 weitere Radikalislamisten wurden für Einvernahmen vorgeführt. Als schwerstes Kaliber neben dem Wiener Hassprediger Omerovic gilt der Grazer Terrorpate Visit D. Er war bereits im Sommer verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden.

Schon damals stand er im Verdacht, junge tschetschenische Asylwerber für einen Einsatz in Syrien geködert zu haben. Tatsächlich sind acht Männer aus Graz in den „Heiligen Krieg“ gezogen, vier davon sollen bei Kämpfen ums Leben gekommen sein.

Visit D. musste allerdings wieder auf freien Fuß gesetzt werden, weil die Beweise nicht ausreichten. Dies soll nun dank eines großen Lauschangriffs anders sein. Die Ermittlungen gegen die radikalen Isla­misten haben fast zwei Jahre gedauert.

Mit dem Ergebnis der Mega-Razzia vom Freitag zeigte sich Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) höchst zufrieden. „Wir können bis zum jetzigen Zeitpunkt von einem bemerkenswerten Erfolg sprechen“, sagte sie. Allerdings herrscht wegen möglicher Vergeltungsschläge aus der Szene bei den Sicherheitsbehörden jetzt Alarmstufe Rot.

Video: Die Razzia im zweiten Wiener Bezirk:

Video zum Thema Großrazzia gegen radikale Islamisten

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Über 160 Personen aus Österreich in Syrien

30 Dschihadisten sind bereits tot, 60 zurückgekehrt.

Wie von ÖSTERREICH seit Monaten beschrieben, gilt die Republik in internationalen Geheimdienstkreisen als „Hotspot für die ISIS-Rekrutierung in Südosteuropa“. Tatsächlich sind die Zahlen bemerkenswert:

Über 160 Personen aus Österreich, so die offiziellen Angaben des heimischen Verfassungsschutzes, sind in den Dschihad nach Syrien gezogen. Viele davon haben sich der Terrorgruppe ISIS aktiv angeschlossen, wie etwa die „Dschihad-Poster-Girls“ Samra und Sabina oder der Hassprediger Mohamed M. Auch einige Konvertiten sind unter den Dschihadisten.

30 schon tot, weitere ziehen in den Dschihad
In den vergangenen Wochen sind weitere Menschen aus Österreich gen Syrien aufgebrochen. Mindestens 30 Austro-Dschihadisten sind bereits getötet worden. 60 sind nach Österreich zurückgekehrt. Weitere wollen ebenfalls heim. Eine Anti-Radikalisierungshotline und Aufklärung an Schulen sollen weitere Jugendliche davon abhalten, sich den Terroristen anzuschließen.

 

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