Oberhauser lacht über Beurlaubung

ORF-Krieg

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Oberhauser lacht über Beurlaubung

ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser nimmt die Entscheidung von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, ihn zu beurlauben, "lächelnd zur Kenntnis". Das sagte Oberhauser gegenüber den "Voralberger Nachrichten". Dass nach dem intern ausgetragenen Konflikt um die Bestellung des neuen TV-Chefredakteurs Fritz Dittlbacher die Vertrauensbasis fehle, wie Wrabetz seine Beurlaubung begründete, bestreitet Oberhauser: "Dazu hat er überhaupt keinen Grund. Der Punkt ist ein ganz anderer: Er hat von mir verlangt, dass ich mich entschuldige und wesentliche Teile des Briefes zurücknehme. Das habe ich abgelehnt", so der Infodirektor. Er werde jetzt Urlaub machen, kündigte er an.

Kritik an Dittelbacher

Oberhauser hatte an der Bestellung Fritz Dittlbachers zum neuen TV-Chefredakteur durch Wrabetz in einem internen Mail heftige Kritik geübt. Er sah sich durch die Wrabetz-Entscheidung einem "Diktat" unterworfen und sprach darüber hinaus von einer "völlig unzulässigen Einmischung der SPÖ", als deren Wunschkandidat Dittlbacher galt. Der Informationsdirektor hatte auch Rücktrittsgedanken anklingen lassen. Wrabetz hatte Oberhauser darauf hin ebenfalls per Mail die "öffentliche Beschädigung" der Glaubwürdigkeit der ORF-Information vorgeworfen und sich gegen die "Punzierung" von ORF-Mitarbeitern ausgesprochen. Am Freitag zitierte Wrabetz seinen Informationsdirektor zu einer Aussprache, die mit einer Beurlaubung von Oberhauser endete.

Abwahlantrag
Kommt es in den nächsten Wochen nun zu keiner Einigung zwischen den beiden, dürfte Wrabetz bei der Stiftungsratssitzung am 11. November einen Abwahlantrag gegen Oberhauser stellen. Der Informationsdirektor könnte dann mit einfacher Mehrheit von dem 35-köpfigen Aufsichtsgremium abgewählt werden. Wrabetz hatte im Stiftungsrat zuletzt jeweils wechselnde Mehrheiten hinter sich. Eine Mehrheit dürfte ihm jedoch gewiss sein: Neben der SPÖ hat sich auch der Grüne Stiftungsrat Wilfried Embacher öffentlich hinter Wrabetz gestellt. Kritik an Oberhauser übte auch der Zentralbetriebsratschef Gerhard Moser, der ebenfalls ein Stimmrecht im Stiftungsrat hat.

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