Pilz:

Grüne Scheidung

Pilz: "Menschen haben Nase voll"

Es ist exakt 11 Uhr, als Peter Pilz vor dem Par­lament auftritt. Ein gutes Dutzend Kameras sind aufgebaut, die Sonne lacht. Pilz auch. Dabei hat er gerade die Scheidung von den Grünen perfekt gemacht: Ab Montag ist er kein Grüner mehr, wird den Parlamentsklub verlassen – das hat er mit dem grünen Klubchef Albert Steinhauser so vereinbart.

Zwar wird er noch den Endbericht zum Eurofighter-Ausschuss für die Grünen verfassen. Doch sein Büro im grünen Klub wird er schon geräumt haben und eines im vierten Wiener Bezirk beziehen. Als das Telefon läutet, witzelt Pilz: „Das ist der Umzugsdienst.“

Dann spricht er Klartext:

■ Parteien haben alle satt. Bis Ende Juli soll die neue Bewegung stehen. Pilz will bewusst keine Partei gründen: „Davon haben alle die Nase voll.“ Ein eigenes Parteiprogramm will er deshalb nicht schreiben.

■ 40 Frauen und Männer. Pilz plant – ob es tatsächlich klappt, will er erst Ende Juli entscheiden – keine Kleinkandidatur. Sondern er will mit 40 Frauen und Männern antreten. Das bedeutet: Er könnte alle 36 Regionalwahl­kreise sowie neun Bundeswahllisten besetzen.

■ Neue Farbe: Weiß. Pilz’ Bewegung hat auch schon eine neue Farbe: transparent oder besser Weiß.

■ Unterschriften. Die nötigen Unterschriften für seine Kandidatur hätte er bereits beisammen, fühle sich aber an sein Schweigegelübde gebunden. Seine Mitstreiterin im Kampf gegen die Eurofighter, Gabriela Moser, oder der Grün-Routinier Karl Öllinger sind jedenfalls nicht darunter.

 

Pilz: "Gründe sicher keine neue Partei"

ÖSTERREICH: Wem wollen Sie Wähler wegnehmen?

Peter Pilz: Noch ist diese Kandidatur ja nicht fix. Ich will aber vor allem Nichtwähler mobilisieren. Diese Gruppe ist sehr groß, nämlich ein Drittel der Österreicher. Wenn ich auch noch Stimmen von ÖVPlern oder gar FPÖ-Sympathisanten habe – um so besser.

ÖSTERREICH: Ihr erstes Ziel ist es, eine Neuauflage von Schwarz-Blau zu verhindern?

Pilz: Das ist ein Ziel. Hauptziel ist es, eine neue Bewegung ins Parlament zu bringen, an der man politisch nicht vorbei­kann. Und eines ist auch klar, ich werde keine neue Partei gründen. Die Leute haben nämlich von Parteien, die sich ausschließlich mit sich selber beschäftigen, die Nase voll.

 

Wer bei Pilz mit an Bord soll - und wer absagt

Peter Pilz hat bereits eine Reihe von Anfragen von Noch-Abgeordneten um einen Listenplatz erhalten. Er sagte allen ab. „Sogar Marcus Franz hat mich auf einen Kaffee einladen wollen.“ Auch von einem der FPÖ nahestehenden Politiker sei er bereits angesprochen worden.

Fix ist derzeit in jedem Fall: Der prominente linke Rechtsanwalt Alfred Noll gehört zu den Unterstützern von Pilz und will in die Politik gehen. Heiße Favoriten auf Pilz-Mandate sind der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl oder Budgetexperte Bruno Rossmann.

Angeblich ebenfalls im Boot, aber unbestätigt: der Konsumentenschützer und frühere Chef des VKI, Peter Kolba.

Aus der SPÖ könnte die oberösterreichische Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber zu Pilz wechseln.

Abgesagt hat Korruptionsbekämpferin Gabriela Moser; Pilz’ alter Mitkämpfer Karl Öllinger geht in Pension.

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