09. Mai 2011 21:30

VP bleibt hart 

Wehrpflicht: Jetzt schießt SPÖ zurück

Darabos besteht auf Befragung. Niessl wirft VP Klientelpolitik vor.

Wehrpflicht: Jetzt schießt SPÖ zurück
© TZ ÖSTERREICH/Kernmayer

Endgültiges Aus für den Kuschelkurs. Seit ÖVP-Vizekanzler Michael Spindelegger in ÖSTERREICH die eigentlich schon vereinbarte Volksbefragung zur Wehrpflicht absagte, herrscht wieder Eiszeit in der Koalition. Und die SPÖ schießt gleich aus mehreren Rohren zurück. Hatte doch Spindelegger das Thema Wehrpflicht als ungeeignet für eine Volksbefragung bezeichnet.

SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos besteht darauf, im Falle einer koalitionären Nicht-Einigung in der Wehrpflicht-Debatte eine Volksbefragung durchzuführen.

Darabos verhandelt
Heute verhandelt Da­rabos mit ÖVP-Innen­ministerin Johanna Mikl-Leitner und ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf. Und er geht davon aus, "dass die von ­Josef Pröll vertretene Haltung, wonach man allenfalls eine Volksbefragung durch­führen kann, weiter gilt". In der Sache bleibt Darabos dabei, dass er die Wehrpflicht durch ein Freiwilligenheer ersetzen will. Komme man hier zu keiner Verständigung mit der ÖVP, solle es eine Volksbefragung geben.

Etwas undiplomatischer ist indes Darabos’ Landsmann, der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl. Im Interview mit ÖSTERREICH wirft er Spindelegger offen eine "Klientelpolitik" vor. Davor dürfe man nicht in die Knie gehen. Dass Spindelegger das Thema Wehrpflicht als ungeeignet für eine Volksbefragung einstuft, ist für Niessl "unverständlich": "Es steht in der Verfassung nichts davon, ob etwas ungeeignet ist oder nicht." Kanzler Werner Faymann wollte sich gestern nicht zum Wehrpflicht-Streit ­äußern. Das will er heute, Dienstag, nach dem Ministerrat tun.
 

Niessl: "Wir gehen nicht in die Knie"

ÖSTERREICH: ÖVP-Chef Michael Spindelegger hält die Wehrpflicht ungeeignet für eine Volksbefragung.
Hans Niessl: Das ist für mich unverständlich. Es steht in der Verfassung nichts davon, ob etwas ungeeignet ist oder nicht. Das Thema ist der ÖVP nur unangenehm. Es geht ihr nur um Klientelpolitik. Es gibt ja immer noch 200 Generäle im Heer.

ÖSTERREICH: Die ÖVP kann eine Befragung verhindern. Was tun Sie denn dann?
Niessl: Offen sagen, was Sache ist: Wir wollen ein Profiheer, das alle Aufgaben von Katastrophenschutz bis zum Auslandseinsatz besser erfüllt.

ÖSTERREICH: Aber die Offiziere sind gegen Darabos.
Niessl: Das hat ganz klar parteipolitische Motive. Davor darf man nicht in die Knie gehen.


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1 Posting
Mag. Robert Cvrkal meint am 10.05.2011 07:33:29 ANTWORTEN >
Aus dem Widererstarken der Verhinderungs- bzw. Blockadepolitik der Regierungsparteien ist ableitbar, daß den Regierungsparteien nicht der Gesamtnutzen für Österreich wichtig ist, sondern daß Klientelpolitik im Vordergrund steht. Während sich die ÖVP immer mehr zur reinen Bauern und Beamtenpartei entwickelt, ist die SPÖ z. B. die Schutzmacht der ÖBB. Da Stillstand zu Nachteilen für den österreichischen Steuerzahler führt und es für Österreich enorm wichtig ist wieder zukunftsfit zu werden ist dieses Verhalten indiskutabel. Sollten die Regierungsparteien diese Strategie beibehalten werden ihre Sympathiewerte in den Keller rutschen und die Abstrafung wird spätestens bei den nächsten Wahlen stattfinden.

Nachdem durch die Untätigkeit der Regierung allerdings ein Schaden für Österreich entsteht müssen Bürgerinitiativen wie Genug bezahlt oder Bildungsbegehren einspringen und Impulse setzen und so einen Beitrag zur Zukunftssicherung unserer Kinder und Enkelkinder setzen. Durch Unterstützung dieser Initiativen hat das österreichische Volk die Chance einen Beitrag zur Zukunftssicherung unseres Landes zu leisten. Durch eine breite mediale und zahlenmäßige Unterstützung kann durch diese Initiativen ein entsprechender öffentlicher Druck aufgebaut werden und die Regierung zu einem Umdenken bewegt werden.
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