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Papa vergaß Baby im Auto: tot

Italien

Papa vergaß Baby im Auto: tot

Drei Tage lang kämpften die Ärzte im Spital von Ancona (Italien) um ihr Leben, doch: Elena (22 Monate) starb, weil ihr Vater sie einfach im Auto vergessen hatte.

Eigentlich war es ein Morgen wie jeder andere. Lucio Petrizzi (45) fuhr mit seinem Auto auf den Parkplatz der Universität von Teramo (Italien), parkte, verriegelte die Türen und schlenderte zur Hochschule, wo er als Dozent für Veterinärmedizin arbeitete. Was der 45-jährige Italiener allerdings völlig vergessen hatte: Seine 22 Monate alte Tochter Elena, die sich im Wagen befand.

Vater: "Ich dachte, ich hätte sie vorher abgesetzt."
Wie jeden Tag wollte Lucio Petrizzi Elena bei der Kindertagesstätte absetzen, aber: Er tat es nicht, vergaß einfach darauf. Während ihr Vater an der Uni unterrichtete, kämpfte das kleine Mädchen im Auto mit der Hitze. Von Stunde zu Stunde wurde es im Wageninneren heißer. Schließlich hatte es gut 50 Grad. Ohne Wasser, frische Luft oder die Möglichkeit sich zu befreien, war Elena im Auto sechs lange Stunden gefangen. So lange bis ihr Vater endlich von der Arbeit zurückkam. Da war Elena allerdings schon dehydriert und bewusstlos.

Völlig schockiert rief der Vater die Rettung, mit Blaulicht wurde Elena ins Krankenhaus von Ancona gebracht, wo ein ganzes Ärzteteam tagelang um ihr Leben kämpfte. Doch durch die heißen Temperaturen im Autoinneren war Elenas Gehirn massiv geschwollen – am Sonntag starb sie an den Folgen eines Hitzeschlags.

Lucio Petrizzi kann das Unglück noch immer nicht begreifen. "Ich kann nicht sagen, was passiert ist. Ich war überzeugt davon, dass ich sie abgesetzt hatte. Ich hätte doch mein Leben dafür gegeben, sie zu schützen."

Auch Elenas Mutter, Chiara Sciarrini (38), die erneut schwanger ist, macht ihrem Mann keine Vorwürfe: "Es trifft ihn keine Schuld. Das kann jedem passieren. Er ist ein vorbildlicher Vater."

Elenas Organe wurden anderen Kindern gespendet
Aber die Tragödie hat auch eine andere Seite: Elenas Tod rettete anderen Kindern das Leben, denn ihre Eltern entschieden sich für eine Organtransplantation. So wurde Elenas Herz einem Kind in Bergamo transplantiert, ihre Nieren gingen an zwei Kinder in Rom, ihre Leber an den erst neun Monate alten Tommaso aus Turin.

"Wir möchten nicht respektlos erscheinen, aber wir sind sehr glücklich über diese Geste", freuen sich Tommasos Eltern, Nicoletta und Andrea Rolandi.

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