Anstieg um 6,7 Prozent
12.812 Firmenpleiten in nur sechs Monaten
Die Zahlen sind alarmierend: Allein im Juni gingen 2266 Anträge ein, ein Plus von 15,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Die leichte Entspannung im Mai war damit vorbei. Destatis erfasst Fälle erst nach einer ersten gerichtlichen Entscheidung; der tatsächliche Antrag liegt oft rund drei Monate zurück.
Betroffen sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe. Die Gläubigerforderungen sanken von 28,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 18,5 Milliarden Euro. Damals rutschten mehr wirtschaftlich gewichtige Unternehmen in die Pleite, diesmal häufen sich die Verfahren. Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es 36,2 Insolvenzen. Am höchsten lag die Quote in Verkehr und Lagerei (71,6), vor dem Gastgewerbe (59,6) und dem Bau (53,4), berichtet dazu das Handelsblatt.
VID-Vorständin Jutta Rüdlin sagt, der Anstieg bleibe "beherrschbar" und treffe vor allem Geschäftsmodelle, die schon vor den Kostensteigerungen unter Druck standen. Das Transportgewerbe ächze unter Kraftstoffpreisen: Wer sie nicht weitergeben könne, habe bei knappen Margen keinen Spielraum. DIHK-Mittelstandsexperte Marc Evers macht die schleppende Binnenkonjunktur, Energie- und Arbeitskosten sowie Bürokratie verantwortlich und fordert von der Bundesregierung schnellere Standortreformen.
38.932 Insolvenzen von Verbrauchern
Die Amtsgerichte dokumentierten im ersten Halbjahr 2026 mehr als 18,5 Milliarden Euro an Gläubigerforderungen aus Unternehmensinsolvenzen. Ein Jahr zuvor waren es noch 28,2 Milliarden Euro. Der Rückgang bedeutet nicht, dass die Lage entspannt wäre – im Gegenteil: Es gehen vor allem kleinere Betriebe unter. 2025 rutschten mehr wirtschaftlich gewichtige Unternehmen in die Pleite und hinterließen größere Löcher bei Banken, Lieferanten und Sozialkassen.
Zugleich geraten auch Privathaushalte häufiger ins Straucheln: Von Januar bis Juni wurden 38.932 Verbraucherinsolvenzen gezählt, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Welle erfasst damit nicht nur den Mittelstand, sondern reicht bis in die privaten Budgets.
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