Pisa-Folge
Deutsch-Tests schon für vierjährige Kinder
Der nächste Pisa-Schock hat Deutschland härter wesentlich als der erste vor 25 Jahren getroffen: 15-Jährige erzielten 2025 in Lesen (465 Punkte), Mathematik (464) und Naturwissenschaften (486) die niedrigsten Werte seit Beginn der Erhebung. Rund einem Drittel fehlen Basiskompetenzen in Lesen und Mathe, einem Viertel in den Naturwissenschaften; etwa jeder Fünfte liegt in allen drei Bereichen unter der Schwelle. Studienleiter Samuel Greiff und Bildungsministerin Karin Prien nannten das Ergebnis besorgniserregend. Bayerns Kultusministerin Anna Stolz sprach von einem "desaströsen, aber nicht überraschenden" Befund.
Rheinland-Pfalz will nun dieser Entwicklung gegensteuern: Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) kündigte verbindliche Tests für Viereinhalbjährige an. "Wenn Kinder in die Grundschule kommen, müssen sie Deutsch sprechen können und bestimmte Fähigkeiten beherrschen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dazu zählt er Stift halten, mit der Schere schneiden und Schnürsenkel zubinden. Sehr viele Kinder seien bei der Einschulung "gar nicht grundschulreif". Das solle sich durch Sprachtests mit viereinhalb Jahren und Prüfungen der Grundfähigkeiten ändern.
Nationaler Bildungsgipfel
Schwarz-Rot hatte im Koalitionsvertrag bereits verpflichtende Sprachstandsfeststellungen um das Alter von viereinhalb Jahren und ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr vereinbart. Für Kinder ohne Kita-Platz gilt bei der vorgezogenen Schulanmeldung das Verfahren VER-ES 2.0; ohne Nachweis einer Kita-Anmeldung folgt eine Feststellung an der Grundschule.
Schnieder stellt die Tests nun in den Zusammenhang des bundesweiten Leistungsabsturzes und wirbt für einen nationalen Bildungsgipfel: Deutschland habe keine Rohstoffe, "die Kinder sind unsere größten Schätze". Der Schlüssel liege in der frühkindlichen Bildung – "vorne anfangen, damit wir hinten raus nicht reparieren müssen".
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden