Regierung
Aktivpension: So viel sparen Sie bei der Steuer
ÖVP, SPÖ und NEOS haben das Modell der "Aktivpension" ausgearbeitet - der Beschluss fällt am Mittwoch im Nationalrat. Sozialministerin Korinna Schumann und ÖVP-Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl haben Beispiele ausgearbeitet, wie viel man sich mit der neuen Pensionsform bei der Steuer erspart.
Und so sieht das Modell aus: Konkret geht es um einen Steuerfreibetrag von bis zu 1.250 Euro im Monat bzw. 15.000 Euro im Jahr für Personen, die das gesetzliche Pensionsalter erreicht haben und dennoch zumindest teilweise weiterarbeiten.
Gelten soll die Steuerbegünstigung ab 1. Jänner des kommenden Jahres sowohl für unselbstständig Beschäftigte als auch für Selbstständige. Voraussetzung sind mindestens 40 Versicherungsjahre, wobei für Frauen eine Einschleifregelung bis 2033 vorgesehen ist, beginnend mit 34 Jahren. Wer die Voraussetzungen erfüllt, muss künftig auch keine Pensionsversicherungsbeiträge mehr zahlen, Selbstständige leisten weiter den fiktiven Dienstgeberbeitrag. Und hier die Beispiele:
Beispiel 1: Krankenpfleger mit geringem Zuverdienst
Ein Krankenpfleger ist bereits in Pension und erhält eine Bruttopension von 1.700 Euro monatlich. Weil er weiter gebraucht wird und freiwillig unterstützen möchte, arbeitet er in geringem Ausmaß weiter – etwa rund fünf Stunden pro Woche. Dadurch verdient er zusätzlich 500 Euro pro Monat. Durch die Aktivpension wird er jährlich um 1.539 Euro profitieren. Würde er seinen Pensionsantritt aufschieben und stattdessen weiter voll arbeiten, etwa mit einem Bruttoeinkommen von 3.200 Euro monatlich, läge sein jährlicher Vorteil bei 6.808 Euro.
Beispiel 2: Verkäuferin in Teilzeit
Eine Verkäuferin erhält eine Bruttopension von 2.000 Euro monatlich. Sie arbeitet nach dem Regelpensionsalter freiwillig weiter – etwa in Teilzeit – und verdient dadurch zusätzlich 2.000 Euro pro Monat. Durch die Aktivpension ergibt sich für sie ein jährlicher Vorteil von 7.648 Euro. Würde sie den Pensionsantritt aufschieben und insgesamt 4.000 Euro brutto monatlich verdienen, beliefe sich die jährliche Entlastung auf 7.218 Euro.
Beispiel 3: Industriearbeiter mit moderatem Zuverdienst
Ein Industriearbeiter erhält eine Bruttopension von 2.400 Euro monatlich. Er bleibt seinem Betrieb erhalten und arbeitet in reduziertem Ausmaß weiter – etwa rund 12 Stunden pro Woche. Dadurch verdient er zusätzlich 1.250 Euro pro Monat. Die Aktivpension bringt ihm einen jährlichen Vorteil von 6.079 Euro. Als Aufschieber mit einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro monatlich würde die Entlastung 7.218 Euro pro Jahr betragen.
Beispiel 4: Büroangestellte mit höherem Zuverdienst
Eine Büroangestellte erhält eine Bruttopension von 3.000 Euro monatlich und arbeitet nach dem Regelpensionsalter weiterhin in größerem Ausmaß – etwa rund 30 Stunden pro Woche. Dadurch verdient sie zusätzlich 3.000 Euro pro Monat. Durch die Aktivpension wird sie jährlich mit 8.284 Euro profitieren.
Beispiel 5: Anwältin in Pension
Eine Anwältin hat eine Pension von 3.000 Euro brutto, sie verdient in exakt derselben Höhe dazu. Künftig wird sie um 8.296 Euro im Jahr entlastet.
Kritik des ÖGB-nahen Thinktanks
Die vor dem Beschluss stehende "Aktivpension" sorgt für Kritik des gewerkschaftsnahen "Momentum"-Instituts. Dieses geht nach einer Analyse davon aus, dass die Maßnahme sozial nicht treffsicher ist. Denn Bezieher hoher Pensionen profitierten von dem Steuerbonus in absoluten Zahlen deutlich mehr.
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