Verkehrsbeschränkung

Währing-Grüner: "3,5 Mio. Euro sind nur Peanuts!"

3,5 Mio. Euro sind keine Peanuts.
© zVg
Der Widerstand in Währing wächst dramatisch: Mehr als 2.600 Unterschriften und Hunderte Demonstranten setzten ein klares Signal gegen die geplante Sperre der Währinger Straße. Einhellige Stimmung: Die Verantwortlichen müssen den Willen der Bevölkerung respektieren.
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Er könne sich nicht zurückerinnern, dass es im bürgerlichen Währing jemals eine Demonstration gegeben habe, scherzt Dieter Granser im Telefonat mit oe24.

Bürgerzorn in Währing

Er hat  eine Bürger-Petition initiiert. Gemeinsam mit dem Veranstalter der donnerstäglichen Demo, Thomas Sigwald, setzt er sich für den Erhalt der jetzigen stadteinwärts führenden Verkehrsverbindung ein: Sie streiten gegen die geplante Umgestaltung und Sperre bzw. Unterbrechung des Individualverkehrs stadteinwärts am Aumannplatz in Währing (18. Bezirk). Denn Pläne der Grüne-Bezirksvorsteherin Silvia Nossek sehen vor, den mobilen Verkehr am Aumannplatz weitestgehend auszuschließen. Grüne sind bekanntlich am liebsten per Pedes unterwegs. Auch die SPÖ unterstützt die grünen Absichten.

Geldverschwendung.
Heftiger Bürger-Protest. © zVg

Währing wehrt sich

Organisator Thomas Sigwald schlägt Alarm: Sogar die Zufahrt zu Apotheke, Sanitätshaus und Arztpraxen würde komplett blockiert. Kurzparkplätze für Patienten? Fehlanzeige! Heute also die Demo im bürgerlichen Währing. Lehrer und Petitions-Initiator Dieter Granser freut sich über den Riesen-Erfolg der Demo – und das beginnend um 7 Uhr in der Früh (bei angesagtem Regen). Und: es hat sich auch gezeigt, was sich mit den Plänen ändern würde: Es hat sich vom Aumannplatz bis zum Gersthoferplatz gestaut. Werden die Pläne durchgesetzt, ist zu befürchten, dass nicht nur Autos, sondern auch die Straßenbahn steht. Eben, weil der mobile Verkehr beschnitten werden soll.

Mobilität statt Ideologie.
Gute Slogans. © zVg

Der (erste) große Erfolg

Granser schätzt, dass sie vielleicht noch 200 bis 300 Personen brauchen, die die Petition unterzeichnen, dann hätte sich binnen kürzester Zeit 10 Prozent der Wahlbeteiligten im Bezirk gegen die Grünen-Pläne ausgesprochen. Die Petition wird künftig im Petitionsausschuss der Stadt Wien behandelt und hat sich zu einer der größten Bürgerbewegungen im Bezirk entwickelt.

Alles auf die Straße!
Die Bürger sind dagegen. © zVg

Aber auch Ärger

Der Petitionsverantwortliche ärgert sich aber gleichzeitig, dass in sozialen Medien versucht wurde, die Bürgeranliegen ins Lächerliche zu ziehen. Bei der Demo habe er einen grünen Bezirksrat gesehen, der nur: beobachtet hat. Und von den Bürgern auf deren Anliegen angesprochen, habe er sinngemäß geantwortet: "3,5 Millionen Euro für die Umgestaltung des Aumannplatzes: Das sind doch eh nur Peanuts!"

Wie es jetzt weitergehen soll

Nächste Woche, am Mittwoch, möchte Grüne-Bezirksvorsteherin Nossek ein überarbeitets Konzept präsentieren. Mal sehen, was von ihren ursprünglichen Plänen noch hält. Granser grinst: "Das warten wir in aller Ruhe ab …"

Auch Cottage-Bewohner laufen Sturm / Was sich konkret noch ändern soll

Granser warnt eindringlich vor einem Verkehrsinfarkt: Noch dramatischer: An der Einmündung Türkenschanzstraße drohe akute Unfallgefahr für Schulkinder! Gehbehinderte bleiben auf der Strecke: Der Weg zur Apotheke oder ins Sanitätshaus wird für sie zum Hindernislauf. Und die einst lauschigen Schanigärten? Bald ein Schlachtfeld zwischen Radlern und Skateboardern. Jetzt formiert sich sogar in der noblen Cottage Widerstand: Anrainer befürchten einen Ausweich-Verkehr über die Hasenauerstraße – und wollen diese zusätzliche Belastung keinesfalls hinnehmen.

Bürgerwille wird ignoriert

Besonders brisant: Von rund 1.250 Rückmeldungen im Beteiligungsprozess forderten nur etwa zehn eine autofreie Straße – trotzdem verfolgen die  Grüne-Bezirksvorsteherin Silvia Nossek und die SPÖ weiter ihre Sperrpläne. „Wer Bürgerbeteiligung ernst nimmt, darf Ergebnisse nicht ignorieren, wenn sie politisch unbequem sind", sagt ÖVP-Klubobfrau Beate Marx zur heutigen Demonstration.

Gefahr für Schulkinder

Die ÖVP Währing schlägt Alarm: Der Verkehr würde künftig durchs Schulviertel rund um den Ebner-Eschenbach-Park oder über die bereits überlastete Kreuzung Gentzgasse/Türkenschanzstraße rollen – ganz ohne neue Ampel oder Schutzweg. „Die aktuellen Pläne schaffen neue Risiken für Kinder, Eltern und ältere Menschen", warnt ÖVP-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Oliver Möllner. Sein Fazit: „Die Menschen in Währing wollen den Erhalt der Verkehrsverbindung."

Rathaus unter Druck

Auch ÖVP-Stadträtin Kasia Greco stellt sich hinter die Bürgerbewegung: Die Beteiligung zeige ein klares Signal an die Stadt Wien und Bezirksvorsteherin Silvia Nossek. Die Unterschriftensammlung geht weiter – auch beim kommenden Währinger Straßenfest. Viele Währinger werden dort die parteiunabhängige Petition unterzeichnen.

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