Jubiläumstournee

Roncalli-Karawane in Wien angekommen

Zwei Männer in Warnwesten stehen an einer bunt bemalten Roncalli-Zuglok mit Clowngesicht.
© JUERGEN HAMMERSCHMID
Das Circus-Theater Roncalli ist in Wien angekommen – und zwar auf Schienen. Am Donnerstagvormittag erreichte der rund 1.100 Meter lange Roncalli-Sonderzug das Güterzentrum Wien Süd.
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Mit 1.800 Tonnen Gepäck ist das Circus-Theater Roncalli am Donnerstagvormittag in Wien eingerollt. Zwei Sonderzüge brachten die komplette mobile Circusstadt ins Güterzentrum Wien Süd. Auf den 52 Wagons kamen 107 Circuswagen und Fahrzeuge, technisches Equipment und zahlreiche Requisiten nach Wien. Zusammen kamen die beiden Sonderzüge auf rund 1.100 Meter Länge.

An der Spitze fuhr heuer erstmals die Elektrolokomotive "Zippo". Die Lok mit der Nummer 185 537 wurde erst vor wenigen Wochen in Köln getauft und trägt das Konterfei jener Roncalli-Clownfigur, mit der Gründer Bernhard Paul jahrzehntelang selbst in der Manege auftrat.

Ganze Circusstadt reist mit

Man hält damit an einer Tradition fest, die bei anderen reisenden Circusunternehmen weitgehend verschwunden ist. Während deren Ausstattung heute meist per Lkw transportiert wird, setzt das Circus-Theater weiterhin auf die Schiene. "Wir sind der letzte Circus, der auf den Schienen reist. Unser Zug ist ein wesentlicher Teil dessen, was Roncalli ausmacht. Wir bringen nicht einfach Material von einem Ort zum nächsten. Wir bringen unsere ganze Circusstadt mit", sagt Patrick Philadelphia, Geschäftsführer des Circus-Theater Roncalli.

Ein Zirkuswagen von Circus Roncalli steht auf einem blauen Eisenbahnwaggon, daneben ein Arbeiter.
© JUERGEN HAMMERSCHMID

Mit nach Wien kamen unter anderem ein historisches Karussell, ein Riesenrad, die Nostalgiebar und die Circusorgel. Dazu kommen historische Circus- und Schaustellerwagen aus der Sammlung von Bernhard Paul. Rund 30 der teilweise bis zu 120 Jahre alten und aufwendig restaurierten Holzwagen werden bis heute als Wohn-, Arbeits- und Materialwagen verwendet. Auch die technische Ausstattung ist umfangreich. Rund 4,5 Kilometer Kabel, 10.000 LED-Lampen und fünf Kilometer Wasserschläuche werden für das Gastspiel benötigt. Das himmelblau-weiße Chapiteau ist ebenfalls mit dem Zug nach Wien gekommen.

Logistikteam startet mit Entladung

Nach der Ankunft übernimmt nun ein zwölfköpfiges Logistikteam die Entladung. Das Material wird in den kommenden Tagen vom Güterzentrum Wien Süd zum Rathausplatz gebracht. Dort entsteht Schritt für Schritt die mobile Roncalli-Circusstadt.

Das Gastspiel in Wien ist Teil der zweijährigen Jubiläumstournee. Vor 50 Jahren begann Bernhard Paul, seinen Kindheitstraum vom "schönsten Circus der Welt" zu verwirklichen. Daraus entwickelte sich einer der bekanntesten Circusnamen Europas.

Am 12. September wird das Chapiteau aufgestellt, vier Tage später hebt sich erstmals der Vorhang. Bis zum Ende des Gastspiels sind insgesamt 52 Vorstellungen geplant. Gespielt wird von Dienstag bis Freitag jeweils um 15 und 19.30 Uhr, samstags um 11.30, 15 und 19.30 Uhr sowie sonntags um 10, 14 und 18 Uhr. Karten gibt es ab 39 Euro.

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