Erkrankungen

Veterinäramt warnt vor Welpen aus dem Ausland

Kleiner brauner Welpe sitzt auf einer Decke in einem gefliesten Raum mit Wassernapf.
© Stadt Wien/TierQuarTier
Spontane Welpenkäufe im Ausland können ernste Folgen haben. Das Veterinäramt entdeckte zuletzt fünf illegal eingeführte Tiere, ein Welpe kämpft nach einer Parvovirose-Erkrankung ums Überleben.
OE24 auf Google bevorzugen

Ein Hundewelpe als spontanes Urlaubsmitbringsel kann schnell zum teuren Problem werden. Das Veterinäramt warnt davor, Tiere unüberlegt im Ausland zu kaufen und nach Österreich mitzunehmen. In den vergangenen Wochen stieß die Behörde gleich auf fünf illegal eingeführte Welpen. Einer davon ist schwer erkrankt.

"In den letzten Wochen hatten wir fünf Fälle von Welpen, die aus Nachbarländern wie der Slowakei oder Ungarn eingeführt wurden", sagt Amtstierärztin Susanne Kerbl. Alle Tiere waren noch zu jung für eine legale Einreise und verfügten nicht über den vorgeschriebenen Tollwutschutz.

Bei zwei Welpen kamen gesundheitliche Probleme dazu. Einer litt unter blutigem Durchfall, ein weiterer erkrankte an Parvovirose. Die hochansteckende Magen-Darm-Infektion kann vor allem für junge, ungeimpfte Hunde lebensgefährlich werden.

Welpen landen in Quarantäne

Zwei kleine braun-weiße Welpen sitzen hinter einer schmutzigen Glasscheibe.
Veterinäramt warnt: Keine Hunde unüberlegt aus dem Ausland mitnehmen © Stadt Wien/TierQuarTier

Die fünf Tiere wurden nach ihrer Entdeckung unter Quarantäne gestellt und ins TierQuarTier gebracht. Besonders die Versorgung des an Parvovirose erkrankten Welpen stellt das Tierheim vor große Herausforderungen. "Die Betreuung intensivpflichtiger, an Parvo erkrankter Tiere ist extrem zeit- und kostenintensiv. Wir kämpfen hier im TierQuarTier um das Leben dieses Welpen", sagt Betriebsleiter Thomas Benda.

Für die Einreise eines Hundes aus einem anderen EU-Staat gelten klare Regeln. Das Tier braucht einen Mikrochip, einen gültigen EU-Heimtierausweis und einen wirksamen Tollwutschutz.

Einreise frühestens mit 15 Wochen

Die Tollwutimpfung ist erst ab einem Alter von zwölf Wochen möglich. Danach müssen weitere 21 Tage vergehen, bevor der Impfschutz für die Einreise anerkannt wird. "Somit muss der Welpe bei der Einreise mindestens 15 Wochen alt sein", sagt Amtstierärztin Susanne Kerbl.

Wer einen zu jungen oder ungeimpften Hund trotzdem nach Österreich bringt, riskiert rechtliche Konsequenzen und muss damit rechnen, vorübergehend vom Tier getrennt zu werden. Der Welpe bleibt so lange in Quarantäne, bis ein gültiger Impfschutz besteht. Die Kosten dafür müssen die Halter selbst tragen.

Das Veterinäramt rät deshalb ausdrücklich von spontanen Hundekäufen im Ausland ab. Was im Urlaub wie ein Schnäppchen oder eine Rettungsaktion wirkt, kann für Tier und Halter schwerwiegende Folgen haben.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden