Rettung gescheitert

Beliebtes Skigebiet steht vor dem Aus

© Karkogel
Für das Karkogel-Skigebiet in Abtenau ist die Hoffnung auf eine Rettung in letzter Minute geplatzt.
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Obwohl Finanzierung und Sanierungsplan bereits ausgearbeitet waren, scheiterte die Übernahme durch den Raiffeisenverband Salzburg an einer fehlenden Zustimmung zur Verlängerung eines Pachtvertrags. Damit droht dem traditionsreichen Ausflugs- und Skigebiet nun das endgültige Aus.

Noch vor wenigen Wochen hatte es so ausgesehen, als könnte die nach der Insolvenz der Abtenauer Bergbahnen gefundene Lösung den Betrieb langfristig sichern. Der Raiffeisenverband wollte investieren und das Gebiet gemeinsam mit Dachstein West neu aufstellen. Voraussetzung dafür war allerdings, dass sämtliche Grundeigentümer ihre Pachtverträge bis zum Jahr 2045 verlängern.

Kein Vertrauen

Genau daran scheiterte das Vorhaben. Eine Grundeigentümerfamilie verweigerte ihre Zustimmung. "Raiffeisen wollte einen Vertrag bis 2045. Wir können wegen der Dinge, die hier vorgefallen sind, aber keinen Vertrag bis 2045 machen, weil wir kein Vertrauen haben", erklärte Grundeigentümer Josef Grünwald gegenüber dem ORF. Seine Frau Maria Grünwald verwies auf die häufigen Führungswechsel bei den Bergbahnen: "Wir haben ausgerechnet, dass wir in den letzten 30 Jahren durchschnittlich alle zwei Jahre einen neuen Geschäftsführer gehabt haben. Das ist natürlich problematisch, wenn sich nie etwas festigt."

Für den Raiffeisenverband war die bestehende Restlaufzeit des Pachtvertrags bis 2030 zu kurz, um die geplanten Investitionen wirtschaftlich abzusichern. Sprecher Sigi Kämmerer betonte, dass für eine derart große Investition Planungs- und Rechtssicherheit notwendig seien. Die fehlende Einigung bedauere man daher sehr.

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Schwerer Schlag

Besonders bitter ist die Entwicklung für die Gemeinde Abtenau. Bürgermeister Johann Schnitzhofer sprach von einem schweren Schlag für den Tourismusort. Nach den Herausforderungen der vergangenen Jahre habe man große Hoffnungen in die Sanierung gesetzt. "Es waren jetzt insgesamt ein paar sehr schwierige Winter. Nach Corona hat es eigentlich keinen richtigen Betrieb mehr gegeben", sagte Schnitzhofer. Schneearme Winter sowie gestiegene Kosten beim Bau eines Speicherteichs hatten die Bergbahnen schließlich im Februar in die Insolvenz getrieben.

Auch Masseverwalter Markus Stranimaier zeigte sich enttäuscht. Vier Monate lang sei an einem Rettungskonzept gearbeitet worden. Aus seiner Sicht hätte die neue Struktur einen professionellen und langfristig stabilen Betrieb ermöglicht. "Ich denke, wir haben in diesen vier Monaten bewiesen, dass die neue Führung das wert ist", sagte Stranimaier.

Nun zeichnet sich jedoch ein düsteres Szenario ab. Der Sommerbetrieb, der in wenigen Wochen starten sollte, wird voraussichtlich nicht mehr stattfinden. Sowohl der Karkogellift als auch die beliebte Sommerrodelbahn könnten abgebaut werden. Geschäftsführer Franz Pendl hält es zwar für theoretisch möglich, dass sich noch ein Investor findet, der die Anlagen aus der Konkursmasse kauft, räumt jedoch ein, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen "Wunders" sehr gering sei.

Von den Folgen betroffen sind auch die letzten fünf Beschäftigten, die ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Zudem bangen rund 60 Gläubiger um ihr Geld. Ihre anerkannten Forderungen belaufen sich auf mehr als 4,5 Millionen Euro. Nach Einschätzung des Masseverwalters dürfte die Insolvenzquote jedoch äußerst gering ausfallen. Zwar könnten die Liftanlagen noch einige hunderttausend Euro einbringen, ein Großteil des Erlöses werde jedoch voraussichtlich für den Abbau der Anlagen und die anschließende Renaturierung des Geländes benötigt.

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