Nach Graz-Aus

AUA-Beben: Jetzt wackeln die nächsten Inlandsflüge

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Die Austrian Airlines (AUA) stellen die Verbindung Wien-Graz ab dem Winter ein - andere könnten schon bald folgen.
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Die Ankündigung kommt, nachdem stark gestiegene Kerosinpreise im Zuge des Irankrieges die Fluggesellschaft in der ersten Jahreshälfte 2026 tiefer in die roten Zahlen gedrückt haben, teilte die Lufthansa-Tochter am Dienstag mit. Für die regionalen Flughäfen braucht es laut AUA-Chefin Annette Mann "langfristige strukturelle Lösungen".

"Die Irankrise hat uns hart getroffen", sagte Mann am Dienstag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Ohne Absicherungsmaßnahmen (Hedging) wäre das Minus noch wesentlich stärker ausgefallen. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug in den ersten sechs Monaten 94 Millionen Euro. In der ersten Jahreshälfte 2025 hatte die Airline bereits einen Fehlbetrag von 44 Mio. Euro verzeichnet.

Verbindung Wien-Graz vor dem Aus

Um das Defizit in den Griff zu kriegen, streicht die AUA ab dem Winterflugplan die "seit Jahren hoch defizitäre" Strecke Wien-Graz. Die Verbindung wird am 23. Oktober ein letztes Mal geflogen. Die Entscheidung sei "unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Graz getroffen" worden. Davon, dass der Graz-Flug zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werde, geht Mann "ehrlicherweise nicht aus". Sie sehe keine Konstellation - auch ohne Luftfahrtsteuer - bei der diese Verbindung noch einmal profitabel werde.

Die Graz-Verbindung sei zuletzt "zu 99 Prozent" von Umsteigern genutzt worden. Sie verwies diesbezüglich auf bestehenbleibende Verbindungen von Graz nach München, Frankfurt und Zürich. Auf den Flügen nach München und Frankfurt würden im Winter teils größere Flieger zum Einsatz kommen; nach Zürich soll es pro Woche zwei Verbindungen mehr geben. Zudem werde Eurowings - wie die AUA Teil der Lufthansa-Gruppe - zehn weitere wöchentliche Verbindungen nach Hamburg, Berlin und Düsseldorf anbieten.

Klagenfurt und Innsbruck nur vorerst sicher

Für die Standorte Klagenfurt und Innsbruck habe man für diesen Winter "noch einmal Lösungen finden" können. Es sei aber "kein Geheimnis", dass es langfristige strukturelle Lösungen brauche, so Mann. Die AUA entscheide momentan von "Flugplan- zu Flugplanperiode".

In Richtung Klagenfurt sollen auch die Spätverbindungen, bei denen die Crew am Zielort übernachtet, vorerst wegfallen. Dies gilt auch für entsprechende Flüge nach Kopenhagen, Warschau und Krakau. Vorerst pausiert werden zudem die Flüge von Wien nach Tiflis, Keflavik und Porto. Hinzu kämen "interne Maßnahmen", wie zum Beispiel "Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich".

Entlastung gefordert

Zu Verhandlungen mit der Regierung im Hinblick auf eine Entlastung der Branche wollte Mann im Detail nichts sagen. Das Gesprächsklima sei aber "sehr konstruktiv", ihre Gesprächspartner "sehr kompetent". Die Bundesregierung hatte der österreichischen Luftfahrtbranche im Juni im Rahmen des Doppelbudgets 2027/2028 jährlich 30 Mio. Euro an Unterstützung zugesagt. Die genaue Mittelverwendung wurde aber noch nicht festgelegt. Branchenvertreter hatte immer wieder eine Abschaffung bzw. Reduktion der nationalen Flugabgabe gefordert.

Ihr sei aktuell keine Zweckbindung der insgesamt 60 Mio. Euro bekannt, so Mann. Die Flugabgabe sei im Staatshaushalt (alle Gesellschaften, nicht nur für die AUA; Anm.) mit rund 180 Mio. Euro budgetiert, sagte die AUA-Chefin, die wegen des Rückzugs einiger Low-Cost-Airlines aber bezweifelte, dass die Summe zusammen komme. Eine Reduktion oder Abschaffung würde auch nicht automatisch zur Gänze bei den Fluggesellschaften ankommen, da über den Wettbewerb dann auch die Preise sinken könnten. Es gehe aber nicht nur um diese eine Abgabe. Nach den von ihr geforderten strukturellen Lösungen gefragt, verwies Mann auch auf die Luftsicherheitsgebühren sowie Regularien auf EU-Ebene.

Alarmiert zeigte sich in einer ersten Reaktion die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV). Deren Präsident, Flughafen Wien-Vorstand Julian Jäger, fordert u.a. die Abschaffung "oder zumindest eine spürbare Senkung der nationalen Flugabgabe". AÖV-Vize und Airport Graz-Chef Wolfgang Grimus sieht einen Nachteil für steirische Exporteure: "Die Verbindung Graz-Wien war für viele Unternehmen ein essenzieller Bestandteil ihrer internationalen Geschäftsbeziehungen. Gehen solche Verbindungen verloren, kostet das Zeit und möglicherweise die nächsten Aufträge."

Schwarze Zahlen im Gesamtjahr erwartet

Positiver sah die Lage für die AUA auf der Einnahmenseite aus. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um vier Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Fluggäste stieg um sechs Prozent auf fast sieben Millionen. Allgemein zeigte man sich mit der Entwicklung im Sommer zufrieden. Die Nachfrage sei "sehr hoch". Zudem gelinge es dem Unternehmen, die Preise nach oben zu ziehen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das AUA-Management weiter mit schwarzen Zahlen - dank der "teilweisen Weitergabe der höheren Kosten und der eigenen, internen Kraftanstrengung".

Trotz Sparmaßnahmen soll die Flottenerneuerung weitergehen. Noch heuer sollen zwei neue Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 "Dreamliner" geliefert werden - in Summe sind dann fünf dieser Flugzeuge im Einsatz. Auch ein neuer Airbus A320neo solle im Herbst die Kurz- und Mittelstreckenflotte erweitern. Die Embraer-Maschinen sollen laufend aus der Flotte genommen werden.

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