Der ÖBAG-Aufsichtsrat hat heute einstimmig den Vize-A1-Chef Thomas Arnoldner (48) zum neuen ÖBAG-Chef bestellt. Er verwaltet somit künftig das 30 Milliarden Euro schwere Portfolio an Beteiligungen bei Verbund, Post etc.
Arnoldner startet ab 1. Februar 2027 seine 5-jährige Amtsperiode als Alleinvorstand der Staatsholding ÖBAG. Er folgt damit auf Edith Hlawati, deren Funktionsperiode ausläuft.
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Der Vorsitzende des ÖBAG-Aufsichtsrates Günther Ofner freut sich darüber, dass die Entscheidung des Aufsichtsrats einstimmig erfolgte. “Das ist ein großer Vertrauensvorschuss für den neuen Vorstand. Der Beste hat das Rennen gemacht."
Thomas Arnoldner sagt: "Die ÖBAG verwaltet nicht ihr eigenes Geld, sondern Vermögen der Republik und damit des Steuerzahlers. Daraus entsteht eine besondere Verantwortung. Aus acht Jahren im Vorstand eines großen, börsennotierten Infrastrukturunternehmens weiß ich, was Kapitalmarkt und Mitaktionäre von einem verlässlichen Kernaktionär erwarten – und was ein starker Standort von seiner Infrastruktur braucht. Die ÖBAG soll als Eigentümer aktiv gestalten."
Von 1,8 Millionen auf 750.000 Euro
Für Arnoldner ist es gehaltlich wohl ein Abstieg. Bei A1 hat er im Vorjahr laut Vergütungsbericht 1,8 Millionen Euro verdient. Exakt 1.829.488 Euro hat er 2025 bei A1 gecasht. Bei der ÖBAG beträgt das kolportierte Gehalt rund 750.000 Euro brutto.
Arnoldner war bei der Jungen ÖVP aktiv, als Silvia Fuhrmann (heute Grünberger) Chefin war. Ab 2001 war er Vize-Chef der schwarzen Jugendorganisation. Er war auch bis 2004 Bezirksobmann der Jungen ÖVP im 23. Bezirk in Wien-Liesing. Mit seinem Wechsel in die Privatwirtschaft und seiner späteren Karriere als Top-Manager legte er seine aktiven politischen Funktionen zurück.
"Motiviert und authentisch"
"Herr Arnoldner hat in den Hearings und bei der Lösung der gestellten Aufgaben die überzeugendsten Konzepte in einer sehr motivierten und authentischen Weise vorgestellt", heißt es in der Aussendung der ÖBAG. Zudem verfüge er über langjährige Führungs- und Kapitalmarkterfahrung in einem börsennotierten Unternehmen.
46 Personen im Rennen um ÖBAG-Spitze
Der heutige Beschluss sei das Resultat eines dreimonatigen Auswahlverfahrens.
Parallel zur Ausschreibung nach Stellenbesetzungsgesetz hat der Personalberater Boyden auch durch Direktansprachen und einer nationalen und internationalen Markterkundung nach qualifizierten Bewerbern gesucht.
Insgesamt 46 Personen haben sich fristgerecht beworben. In einem mehrstufigen Prozess wurden anhand der Kriterien der Ausschreibung und eines Polaritätsprofils schließlich 9 Personen in ein vertiefendes Hearing mit dem Nominierungsausschuss eingeladen, heißt es von der ÖBAG.
Allen Bewerbern wurde die strikte Vertraulichkeit zugesagt, nur unter dieser Voraussetzung bewerben sich auch Personen, die in einem aufrechten Dienst- oder Mandatsverhältnis sind, weil sie nicht wollen, dass ihr Dienstgeber von einer solchen Bewerbung erfährt. Das abschließende und entscheidende Hearing hatte die konkrete Lösung einer Aufgabenstellung aus dem Beteiligungsbereich der ÖBAG zum Gegenstand. Der ÖBAG-Aufsichtsrat bedankt sich in besonderer Weise bei allen Personen, die sich beworben bzw. am Hearing teilgenommen und ihre Ideen und Konzepte eingebracht haben und die damit einen positiven Beitrag zur weiteren Entwicklung der ÖBAG geleistet haben.
Wirtschaftsminister erfreut
Wirtschafts- und Beteiligungsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sagt: "Thomas Arnoldner bringt aus meiner Sicht die richtigen Voraussetzungen für die aktuellen standortpolitischen Herausforderungen für die Beteiligungen mit. Wir haben mit der neuen Eigentümerstrategie einen klaren standortpolitischen Rahmen formuliert. Meine Erwartung ist, dass die ÖBAG diesen Weg konsequent weitergeht und ihre Rolle als strategischer Hebel für eine aktive Standort- und Industriepolitik weiterentwickelt."
Der Minister ergänzt: "Mit unserer neuen Eigentümerstrategie haben wir erstmals einen klaren standortpolitischen Auftrag formuliert: von einer kosteneffizienten Energieversorgung über die Stärkung der kritischen Infrastruktur und wirtschaftlichen Souveränität bis zu Schlüsseltechnologien und internationalen Kooperationen. Diesen Weg gilt es jetzt konsequent weiterzugehen."
Zu Thomas Arnoldner
Vor seiner achtjährigen Vorstandstätigkeit in der A1 Telekom AG hatte Thomas Arnoldner (48) Führungspositionen bei NOKIA, Alcatel-Lucent und T-Systems-Austria inne. Er leitet als Experte die Digitalisierungs- und AI-Task Force der Industriellenvereinigung, verfügt über Kapitalmarkterfahrung in der börsennotierten Aktiengesellschaft A1 und hat sich bei für den Wirtschaftsstandort wichtigen Projekten wie dem Ausbau von Glasfaser, G 5 Netz und für digitale Souveränität eingesetzt.
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