Mysteriöse Nachricht

Bombendrohungen gegen Flüge: Spur führt nach Russland

Zwei Flugzeuge von Wizz Air und Austrian Airlines am Flughafen Wien auf Rollfeldern.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Experten vermuten europaweite Koordination der Aktionen
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Nach einer Serie von Bombendrohungen gegen Flüge ermitteln die italienischen Behörden wegen des Verdachts der Störung der öffentlichen Ordnung. Verfahren wurden bereits in Mailand, Rom und Busto Arsizio eingeleitet. Die Ermittlungen werden von der Nationalen Anti-Mafia- und Anti-Terrorismus-Staatsanwaltschaft koordiniert. Die Ermittler schließen eine europaweite Koordination der Aktionen nicht aus.

Internationale Kooperationskanäle wurden aktiviert, um die Server und IP-Adressen zu identifizieren, über die die E-Mails verschickt wurden. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass die Nachrichten über kompromittierte E-Mail-Konten oder Dienste zur Anonymisierung der Absender, darunter Proton Mail, versandt worden sein könnten.

Zwei Flugzeuge von Austrian Airlines und Jettime stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Wien.
© APA/GEORG HOCHMUTH

Auch die europäische Polizeibehörde Europol steht nach Angaben aus Italien bereit, die nationalen Ermittlungsbehörden zu unterstützen. Für die kommende Woche ist zudem in Brüssel ein Treffen der Luftsicherheitsexperten aus den 27 EU-Mitgliedstaaten geplant. Dabei sollen mögliche Schutzmaßnahmen erörtert werden.

Frage der Urheberschaft von Nachricht

Die Experten der italienischen Polizei untersuchen insbesondere eine am Donnerstag eingegangene Nachricht, die mit dem Namen "Combattenti dello Stato Maschile" (Kämpfer des männlichen Staates) unterzeichnet war. Die Bezeichnung erinnert an die russische ultranationalistische und frauenfeindliche Bewegung "Muzhskoye Gosudarstvo". Ein mit der Gruppe verbundener Telegram-Account wies eine Beteiligung jedoch zurück.

Auch die mutmaßliche Urheberschaft der Nachricht gibt den Ermittlern Rätsel auf. Als Absender wurde ein "Mikhail Andropow" genannt. Der Nachname stimmt mit dem des früheren sowjetischen Parteichefs Juri Andropow überein. Zudem erinnert der Betreff der E-Mail - "Botschaft an den Westen" - an den Titel einer Biografie über den früheren Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Ob dies tatsächlich auf eine russische Beteiligung hindeutet oder vielmehr den Verdacht gezielt auf Russland lenken und die Ermittler in die Irre führen soll, ist bisher unklar.

Die Serie von Drohungen hatte Anfang der Woche begonnen und sich am Donnerstag massiv verstärkt. Auch am Freitag waren zahlreiche Flüge betroffen. Airlines und Flughäfen in Italien hatten mehrere Droh-E-Mails erhalten.

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