Jesus loves you
Darum betet DFB-Star Nmecha sogar mit den Gegnern
Beim fulminanten WM-Auftaktsieg versammelten sich der Dortmund-Profi Felix Nmecha, Verteidiger Jonathan Tah und fünf Akteure aus Curacao direkt am Mittelkreis, um mit umeinandergelegten Armen auf dem Rasen zu beten. Nmecha erklärte nach der Partie, dass alle Beteiligten daran glauben, dass Jesus durch das Spiel verherrlicht wird. Unsichtbar für die TV-Zuschauer trug Curacao-Reservist Kenji Gorré zwei Bändchen am Arm.
Eines in Blau mit der Aufschrift "Ballers in God", das andere in Weiß mit dem Kürzel "BIG". Dies ist ein globales christliches Netzwerk für Profifußballer, dem auch Felix Nmecha angehört. Die beiden Spieler verbindet eine jahrelange Freundschaft aus ihrer gemeinsamen Jugendzeit in Manchester. Vor Nmechas Transfer für 30 Millionen Euro von Wolfsburg zu Borussia Dortmund sprachen sie bereits in einem Podcast über die Gemeinschaft, wobei Nmecha eine Halskette mit Kreuz trug.
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Das Netzwerk der Profis
Dem Kreis auf dem Rasen wohnten auch die ehemaligen Bundesliga-Spieler Joshua Brenet und Gervane Kastaneer bei. Schon in der Vorbereitung auf das Turnier kam es Anfang Juni zu einer außergewöhnlichen Aktion, als Teile des Curacao-Kaders einen Open-Air-Gottesdienst in Noordwijk in den Niederlanden besuchten, bei dem Gorré als Redner auftrat. Gegründet wurde die Gemeinschaft "Ballers in God" vom britischen Ex-Fußballer John Bostock mit dem Ziel, die Plattform Fußball zu nutzen, um Jesus bekannter zu machen. Die Website des Netzwerks gibt an, in jedem Team weltweit einen gläubigen Spieler haben zu wollen. Stars wie Kingsley Ehizibue besitzen dort ein Profil. Zudem vertreibt die Community Merchandise, und Nmecha bewirbt Schienbeinschoner mit der Aufschrift "Jesus loves you".
Kontroversen in der Vergangenheit
Der Glaube des Nationalspielers sorgte allerdings schon mehrfach für Kontroversen. Kritiker bezeichneten einige seiner früheren Posts als homophob. Im Jahr 2023 veröffentlichte er einen Beitrag, der die LGBTQIA+-Bewegung mit dem Teufel verglich, und teilte Inhalte des US-Rechtsextremisten Matt Walsh. Später ordnete der Fußballer diese Äußerungen jeweils distanzierend ein.
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Einordnung durch Experten
Mental-Coach David Kadel, der selbst Christ ist und die Bewegungen im Fußball kennt, ordnet die Community ein bei BILD. Er betont, dass es sich um keine Kirche oder Sekte handelt und es keine Richtlinien für den Glauben gibt. Vielmehr organisieren sich hier gläubige Fußballer sehr erfolgreich. Solche Kreise gab es laut ihm schon in den 90er-Jahren mit Profis wie Marcelo Bordon, Gerald Asamoah, Heiko Herrlich oder Ze Roberto. Auch Jürgen Klopp sprach in Interviews über seinen christlichen Glauben.
Durch soziale Medien wie Instagram hat die Bewegung heute jedoch eine ganz andere Kraft. Die Spieler vernetzen sich in Video-Konferenzen zu Bibelkreisen und verabredeten dort auch den sogenannten Kronen-Jubel, bei dem der Torschütze eine imaginäre Krone ablegt, um zu signalisieren, dass nicht er der Star ist, sondern Jesus gefeiert werden soll.
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