Mitten im Atlantik
Das ist die isolierteste Insel Europas
Wer absolute Ruhe sucht, landet früher oder später bei Corvo. Die kleinste der neun Azoreninseln wirkt wie das Ende der Welt – und tatsächlich gehört sie zu den abgelegensten dauerhaft bewohnten Orten Europas.
Gerade einmal rund 17 Quadratkilometer misst die Vulkaninsel, auf der nur etwa 400 Menschen leben. Das gesamte Leben spielt sich in einem einzigen Ort ab: Vila do Corvo. Es gibt keine Ampeln, kaum Verkehr und nur wenige Unterkünfte sowie Restaurants. Stattdessen prägen grüne Weiden, steile Klippen und der riesige Vulkankrater Caldeirão das Landschaftsbild.
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Schwierige Anreise
Schon die Anreise macht deutlich, wie isoliert Corvo ist. Direktflüge von Europa gibt es nicht. Reisende müssen zunächst auf eine größere Azoreninsel fliegen und anschließend weiter nach Flores reisen. Von dort geht es entweder mit einem kleinen Propellerflugzeug in nur etwa 10 bis 15 Minuten oder mit der Fähre in rund 30 bis 45 Minuten nach Corvo. Beide Verbindungen sind allerdings stark vom Wetter abhängig. Bei hohem Wellengang oder starkem Wind werden Fähren und Flüge regelmäßig gestrichen – manchmal bleibt die Insel tagelang praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.
Diese Abgeschiedenheit gehört für die Bewohner zum Alltag. Versorgungsschiffe können bei rauer See nicht anlegen, weshalb viele Haushalte Vorräte anlegen. Gleichzeitig schätzen die Einheimischen genau diese Ruhe und den engen Zusammenhalt der kleinen Gemeinschaft.
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Für Touristen ist Corvo kein klassisches Urlaubsziel mit dichtem Programm. Die Insel lebt von ihrer Ursprünglichkeit. Das Highlight ist der spektakuläre Caldeirão, ein gewaltiger Vulkankessel mit kleinen Seen im Inneren. Zudem gilt Corvo als Paradies für Vogelbeobachter, da zahlreiche Zugvögel auf ihrem Weg über den Atlantik hier Halt machen.
Wer Corvo besucht, sollte deshalb vor allem eines mitbringen: Zeit und Flexibilität. Denn auf Europas wohl einsamster Insel bestimmt nicht der Fahrplan den Alltag – sondern die Natur.
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