Artensterben
Dürre wird für Lobau-Tiere zur Überlebensfrage
Besonders betroffen seien laut der NGO etwa der Bitterling, der Donau-Kammmolch, die Europäische Sumpfschildkröte und mehrere Flussmuschelarten.
Ebenso warnte der WWF bei weiteren extremen Trockensommern vor dem Verlust lokaler Vorkommen. "Besonders hart trifft es Arten, die dauerhaft auf intakte Augewässer angewiesen sind. Laichgewässer trocknen aus, Restgewässer werden zu warm und sauerstoffarm", wurde WWF-Experte Michael Stelzhammer zitiert. Der WWF forderte daher die Stadt Wien zu einer raschen Wasserzufuhr sowie zu einem systematischen Artenmonitoring auf.
Die Untere Lobau sei für viele seltene Arten ein wichtiger Rückzugsraum. Doch niedrige Wasserstände führen dazu, dass sich die Gewässer bei hohen Temperaturen rascher erwärmen und ihr Sauerstoffgehalt sinkt. Für Fischarten wie Bitterling und Schied könne dies rasch lebensbedrohliche Folgen haben. Amphibien wie Rotbauchunke oder Donau-Kammmolch verlieren wiederum kleine, fischfreie Gewässer, die für ihre Fortpflanzung notwendig seien.
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Schwindender Lebensraum
Auch der Lebensraum der wassergebundenen Reptilien schwinde, so der WWF. Die Europäische Sumpfschildkröte verbringt einen Großteil ihres Lebens im Wasser und benötigt intakte Augewässer zur Paarung und Fortpflanzung. Die extrem seltene Würfelnatter ist an ein Leben am und im Wasser gebunden.
Besonders hart treffe die Trockenheit Flussmuscheln. Einige Arten können viele Jahrzehnte alt werden und haben viele schwierige Phasen überstanden. Trocknen ihre Gewässer wiederholt aus, stoßen jedoch auch diese Spezies an ihre Grenzen. Dabei haben sie durch ihre enorme Wasserfilterleistung einen wichtigen Anteil an der Reinigung von Gewässern.
Bei den Pflanzen geraten vor allem Wasser- und Sumpfpflanzen unter Druck. Dazu zählen Krebsschere, Froschbiss und Sumpf-Stendelwurz. Sie sind auf dauerhaft wasserführende Gewässer oder feuchte, wasserdurchzogene Böden angewiesen.
WWF fordert Wasserzufuhr und Artenmonitoring
Als Sofortmaßnahme fordert der WWF von der Stadt Wien, gezielt Wasser aus der Oberen in die Untere Lobau zu leiten. Zusätzlich benötigt es ein systematisches Monitoring, das den Zustand der besonders betroffenen Arten und ihrer Lebensräume regelmäßig erfasst. Damit sollen Verschlechterungen früh erkannt und die Wirkung von Schutzmaßnahmen überprüft werden. "Die Untere Lobau ist Teil des Nationalparks Donau-Auen und des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Angesichts des geltenden Verschlechterungsverbots muss die Stadt Wien darlegen, wie sie weitere Verschlechterungen der geschützten Lebensräume verhindert", sagt Stelzhammer.
Langfristig fordert der WWF eine strukturelle Verbesserung und erneut eine grundlegende Anbindung an die Donau im oberen Bereich des Augebiets. Der WWF-Check umfasst ausgewählte geschützte Tierarten aus der Natura-2000-Liste für die Untere Lobau sowie österreichweit geschützte Pflanzenarten und basiert auf der fachlichen Einschätzung des WWF.
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