Haariges Problem

Eichenprozessionsspinner breiten sich rasant aus

Mehrere Eichenprozessionsspinner-Raupen mit langen weißen Haaren auf Baumrinde, Nahaufnahme.
© APA/dpa/Patrick Pleul
Die heißen Temperaturen sind die idealen Bedingungen für die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Vor allem ihre Brennhaare sind für Menschen gefährlich.
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Die Schmetterlingsform vom Eichenprozessionsspinner ist unscheinbar, aber seine Raupen sorgen für viele Probleme. Sie besitzen winzige Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Wenn Menschen mit diesen in Kontakt kommen, kann eine sogenannte Raupendermatitis ausgelöst werden. Dabei handelt es sich um eine Hauterkrankung mit Quaddeln, Rötungen und starkem Juckreiz.

Zusätzlich können allergische Reaktionen, Atemwegsreizungen, Schwindelgefühl, Fieber und Atembeschwerden auftreten. In seltenen Fällen kann es sogar zu lebensbedrohlichen Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. Bei wiederholtem Kontakt mit den Brennhaaren kann die Empfindlichkeit sogar zunehmen.

Plage in Deutschland

Wie "topagrar.de" berichtet, sorgen die Raupen in einigen Teilen Deutschlands für viele Probleme.  Im Landkreis Lüneburg werden die Raupen mit Fadenwürmern besprüht. Harburg setzt auf Pflanzenschutzmittel.

In Brandenburg hat man die extreme Ausbreitung nicht vorhersehen können. Paula Halbig, Referentin der Bundesplattform Wald- und Holzforschung, erklärt gegenüber "t-online", dass besonders der April überdurchschnittlich warm, sonnig und trocken war. Neben dem Klima hängt die Anzahl der Raupen auch vom Eichenbestand und Vorjahresbefall ab.

Hubschrauber im Einsatz

Man kann wenig gegen die Insekten präventiv tun. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg befürwortet nun den Einsatz von Mitteln. Nur damit kann gezielt und rechtzeitig gegen die Plage vorgegangen werden.

Der Landkreis Prignitz setzt wiederum auf ein Bakterienpräparat, das per Hubschrauber versprüht wird. Mit der entsprechenden Vorbereitung kann dies auch in besiedelten Gebieten eingesetzt werden.

Zeitpunkt wichtig

In Berlin sind wegen den Raupen Grün- und Sportanlagen sowie Kinderspielplätze teilweise gesperrt worden. In Spandau im Ortsteil Siemensstadt werden die Insekten von den Bäumen abgeflammt. Andernorts werden sie abgesaugt.

In Düsseldorf hat die Stadt rund 100 Eichen Pheromonfallen angebracht. Dort wurde bisher kein einziger Befall gemeldet. Ähnliche Lage in München. Im Jahr 2026 wurde in der bayrischen Landeshauptstadt bisher genau ein Fall belegt.

Die Raupe entwickelt ihre gefährlichen Brennhaare ab dem dritten Larvenstadium. Vorbeugende Behandlung ist nur bis zum Ende des dritten Larvenstadiums sinnvoll. Danach sei es zu spät.

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