Mi., 18 Uhr

England muss gegen Kongo die Krallen ausfahren

Zwei Fußballspieler im Stadion, einer im England-Trikot, einer im Kongo-Trikot, mit WM-Pokal im Hintergrund.
© Getty
Harry Kane und Jude Bellingham überstrahlen alles, die Chancen Englands auf den heiß ersehnten Titel dürfen nach den Leistungen in der Gruppenphase aber hinterfragt werden.
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Dem spektakulären 4:2 gegen Kroatien folgte ein schwaches 0:0 gegen Ghana. Und der Arbeitserfolg gegen Panama (2:0), der den Gruppensieg sicherte, war auch nicht das große Ruhmesblatt. Am Mittwoch wartet das Team der Demokratischen Republik Kongo in Atlanta im Sechzehntelfinale (ab 18 Uhr im oe24-LIVE-TICKER).

Englands deutscher Teamchef Thomas Tuchel hat personelle Sorgen, vor allem in der ohnehin kritisierten Defensive. Außenverteidiger Reece James von Chelsea plagen muskuläre Probleme im Oberschenkel, Jarell Quansah - den Leverkusen-Innenverteidiger bot Tuchel auf der Außenbahn auf - zog sich gegen Panama eine Knöchelverletzung zu. Die Panamaer kreierten zudem genug Chancen, um die Schwächen der Abwehr bloßzustellen. Dazu kommt die traditionelle Begleitmusik aus der Heimat, wenn die Three Lions eher mäßige Leistungen abliefern.

Roy Keane: Intensität fehlt

Zuständig dafür war diesmal unter anderem Ex-Manchester-United-Kapitän Roy Keane, der sich wie gewohnt kein Blatt vor den Mund nahm. "Sie haben Schwierigkeiten, es fehlt an der Intensität", konstatierte der Ire auf dem Radiosender von ITV in der Halbzeitpause des Spiels gegen Panama. "Wenn man gegen ein Team mit weniger Qualität spielt, wird man auf deren Niveau heruntergezogen. Das scheint England passiert zu sein." Keane legte nach: "Es ist, als würde man Schottland anschauen. Ein echter Mangel an Qualität. So schlecht."

Klar ist aber auch, dass die Demokratische Republik Kongo (DRK) zum Auftakt der K.o.-Phase keinen Stolperstein darstellen darf. Das liegt vor allem an den "Lebensversicherungen" Kane und Bellingham. Letzterer schoss sein erstes Tor gegen Panama und legte Kanes Tor auf, was seinen Durchbruch bei dieser WM bedeuten könnte. Kanes elfter Treffer bei Weltmeisterschaften machte ihn zum besten Torschützen Englands bei WM-Turnieren. Die Three Lions werden, wenn sie lange im Turnier bleiben wollen, sehr auf das Duo zählen müssen. Aber alleine können es der Real-Madrid-Regisseur Bellingham und der Bayern-Goalgetter Kane auch nicht richten.

Kongo hofft auf nächste Überraschung

Dennoch werden die Zentralafrikaner, die nach 1974 (damals als Zaire) erst zum zweiten Mal bei einer WM dabei sind und in der Gruppenphase eine der positiven Überraschungen waren, alles daran setzen, die englische Defensive ähnlich wie Panama zu testen. Die DR Kongo erreichte ein 1:1 gegen Portugal, verlor knapp 0:1 gegen Gruppensieger Kolumbien und stellte den Aufstieg als einer der besten Gruppendritten mit einem 3:1 gegen Usbekistan nach Pausenrückstand sicher. Dabei zeigten die Leoparden - so der Spitzname des kongolesischen Teams - vor allem eines: Vor großen Namen erstarren sie nicht gerade in Ehrfurcht. Und das sollte auch die Three Lions warnen.

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