Bewegender Brauch
Freundin führt besonderes Dahlmeier-Ritual fort
Kurz vor dem ersten Todestag von Laura Dahlmeier stieg Maren Hammerschmidt auf die Zugspitze. Eigentlich wollten die beiden Freundinnen die Tour im vergangenen September gemeinsam machen, wie "Bild" berichtet. Doch am 28. Juli 2025 verunglückte die Doppel-Olympiasiegerin am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge tödlich. Beim Abstieg auf 5.700 Metern Höhe wurde sie von Felsen getroffen, eine Bergung war unmöglich. Hammerschmidt dachte am Gipfel an ein Telefonat, als die beiden über ihre gemeinsame Tour sprachen: "Es wäre richtig schön gewesen, es mit ihr zusammen zu machen. Sie hätte mir in ihrer Heimat jedes Fleckchen zeigen können."
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Geruch von weißen Salbei als Erinnerung
Ein besonderes Brauchtum verbindet die beiden über den Tod hinaus. Hammerschmidt verrät ein persönliches Detail: "Laura ist immer mit einem Palo Santo (übersetzt "heiliges Holz") gereist." Manchmal habe Dahlmeier auch weißen Salbei entzündet, um schlechte Geister zu vertreiben. Die ehemalige Sportlerin und heutige Pressesprecherin des deutschen Biathlon-Teams führt dieses Ritual nun fort. Der Geruch erinnert sie an die gemeinsame Zeit und an Dahlmeiers Glauben an den inneren Frieden.
Schwerer Weg durch die Trauer
Nach dem Unglück fiel der Umgang mit dem Verlust schwer. Hammerschmidt fraß den Schmerz anfangs in sich hinein, sprach kaum über ihre Freundin und konnte keine Videos ansehen. "Das hat mir in meinem Trauerprozess natürlich nicht geholfen. Weil es einfach unbegreiflich für mich war. Laura war für mich eine Naturgewalt, die unzerstörbar war. Ich habe immer gedacht, ihr passiert nie irgendwas."
Der Verlust sei immer noch präsent und die Trauer komme nach wie vor in Wellen, auch wenn es langsam besser werde, sagt die ehemalige Sportlerin.
Über die einst beste Biathletin im Team sagt sie rückblickend: "Das hat sie aber nie raushängen lassen, das habe ich an ihr immer sehr geschätzt. Sie war einfach die Beste."
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