Hitzewelle

Gardasee verliert Milliarden Liter Wasser täglich

Zwei Österreicher nackt im Gardasee: Mega-Strafe
© Getty Images
Italiens größter See leidet unter der aktuellen Hitzewelle. Täglich verdunsten Milliarden Liter Wasser und die Prognosen versprechen keine Abkühlung.
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Europa wird aktuell von einer historischen Hitzewelle getroffen. Auch das beliebte Urlaubsland Italien bleibt davon nicht verschont. In der Region um den Laggio di Garda zeigte das Thermostat zuletzt rund 35 Grad Celsius. Seit Tagen ist der Himmel wolkenlos. Nicht nur Menschen leiden unter dieser Hitze, sondern auch der Gardasee.

Italiens größter See verliert seit Tagen Milliarden Liter Wasser. Laut der italienischen Zeitung "L‘Arena", die sich auf Pegelstandsdaten beruft, verdampfen aktuell täglich rund 7,4 Milliarden Liter Wasser. Wie die Zeitung berichtet, sind das bei einer Seefläche von 370 Quadratkilometern und Temperaturen über 33 bis 34 Grad bis zu 2 Zentimeter Wasser pro Tag von der Oberfläche verschwunden.

Historischer Tiefstand

Die offizielle Messung des Pegelstandes findet in Peschiera del Garda am Südende des Sees statt. Innerhalb einer Woche sei der Gardasee um fast 10 Zentimeter gesunken. Der Pegel ist zum ersten Mal in diesem Jahr unter die Ein-Meter-Marke gefallen. Am 27. Juni 2026 zeigten die Echtzeitdaten der AIPO (Agenzia Interregionale per il fiume Po) wiederum, dass der Pegelstand wieder auf 101 Zentimeter gestiegen ist.

Im Frühjahr 2023 sank der Gardasee auf seinen historischen Tiefstand. Damals lag der Pegelstand zeitweise bei nur knapp 40 Zentimetern. Im September 2007 wurde der absolute Rekordtiefstand mit nur 7 Zentimetern gemessen. Die derzeitige Lage ist noch kein Notstand. Trotzdem zeigen die Daten aus den vergangenen Jahren, dass der derzeitige Pegel deutlich niedriger als in den vorherigen 2 Jahren zur selben Jahreszeit ist.

Mehrere Faktoren verantwortlich

Für den sinkenden Wasserstand sind mehrere Faktoren verantwortlich, so "L‘Arena". Enorme Wassermengen sind durch die tagelange intensive Sonneneinstrahlung direkt von der Seeoberfläche verdunstet. Zusätzlich liefert der Hauptzufluss, der Fluss Sarca im Norden, derzeit wenig Wasser, da die Schneeschmelze in den Alpen fast abgeschlossen ist. Ebenfalls wird über den Fluss Minico im Süden mehr Wasser als gewöhnlich abgegeben. Damit werden die landwirtschaftlichen Flächen in der Po-Ebene bewässert.

Die Vorhersagen sehen zurzeit keine Entspannung vor. Laut der Wettervorhersage von "GeoSphere Austria" steigen die Temperaturen weiter an. Die Nächte bleiben mit 25 Grad warm. Vereinzelte Gewitter sind erst ab Mittwoch, dem 1. Juli, möglich. Eine wirkliche Abkühlung ist frühestens Anfang Juli in Sicht.

Keine vollständige Austrocknung

Eine gute Nachricht: Der Gardasee wird nicht austrocknen. Der tiefste Punkt liegt bei 346 Meter, wodurch ein Austrocknen weder kurz- noch mittelfristig zu befürchten ist.

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