Meteorologe klärt auf

"Godzilla" bringt Jahrhundert-Winter: Experte spricht Klartext

Zwei Personen gehen bei starkem Schneefall mit einem Regenschirm durch eine verschneite Stadt.
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Ein extrem starker El Niño sorgt derzeit für Schlagzeilen und heizt die Spekulationen über einen möglichen "Jahrhundertwinter" an.
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Im tropischen Pazifik liegen die Wassertemperaturen auf außergewöhnlich hohem Niveau, die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El-Niño-Ereignis wird laut aktuellen Modellen mit mehr als 90 Prozent angegeben - sogar von einem "Godzilla-El-Niño" ist die Rede. Doch daraus direkt einen eisigen Winter in Österreich abzuleiten, wäre ein Fehler.

Genau vor diesem Schluss warnt der Meteorologe Johannes Habermehl von Meteored. Ein Blick auf das bislang letzte außergewöhnlich starke El-Niño-Ereignis zeigt, warum: Im Winter 2015/16 blieb der große Kältewinter in Mitteleuropa aus. Stattdessen war die kalte Jahreszeit außergewöhnlich mild. Auch für Österreich lässt sich aus einem starken El Niño daher kein automatischer Schluss auf Frost und Schnee ziehen.

Halb brennende, halb gefrorene Erde im Weltall als Symbol für Klimaextreme.
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Verschiedene Faktoren spielen Rolle

Der Grund: Das Wetter in den Alpen wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Entscheidend sind unter anderem die Entwicklung über dem Nordatlantik, die Position des Jetstreams sowie der Zustand des Polarwirbels. El Niño kann diese großräumigen Strömungen zwar beeinflussen, bestimmt aber nicht allein, welches Wetter in Österreich herrscht.

Grafik erklärt Klimaphänomen El Nino mit veränderten Luft- und Meeresströmungen und Folgen im Pazifik.
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Spätwinter könnte spannender werden

Ganz vom Tisch ist ein kalter Winter damit allerdings nicht. Ein starkes El-Niño-Ereignis kann im weiteren Verlauf des Winters Auswirkungen auf den Polarwirbel haben. Sollte dieser gestört oder geschwächt werden, könnte der Weg für arktische Kaltluft nach Europa zeitweise frei werden.

Besonders Jänner und Februar könnten deshalb aus heutiger Sicht interessanter werden als der Frühwinter. Ein früher Kälteeinbruch rund um Weihnachten lässt sich aus dem El-Niño-Signal hingegen nicht seriös ableiten.

Für Österreich bedeutet das: Ein "Jahrhundertwinter" mit wochenlangem Dauerfrost und außergewöhnlichen Schneemengen ist derzeit keineswegs ausgemacht. El Niño kann die Rahmenbedingungen verändern, liefert aber keine konkrete Winterprognose für die Alpen. Wie kalt und schneereich der Winter 2026/27 tatsächlich wird, entscheidet sich erst durch das Zusammenspiel der verschiedenen Wetter- und Strömungsmuster in den kommenden Monaten.

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